Der Schlüssel
Herbert Kuhner
Es ist mir völlig unverständlich, wie ein Jude zu den Tötungsgebieten zurückkehren konnte. Sie haben sich für die Hölle entschlossen, und dann wundern Sie sich, daß die Landschaft voller Teufel ist.
- Cynthia Ozick, Schriftstellerin, U.S.A.
Als ich nach Österreich zurückkam, konnte ich die menschliche Grausamkeit der Vergangenheit nicht fassen. Jetzt stelle ich mir keine Fragen mehr.
Meiner Meinung nach, die sicher falsch ist, sind neben den Revisionisten, die als Verteidiger und Apologeten des Dritten Reiches agieren, die selbst bezeichneten Anti-Faschisten und Philo-Semiten die Erben der Nationalsozialisten in der österreichischen Gesellschaft.
Die ärgsten unter ihnen sind die Vermittler und Sprecher für Emigranten und Remigranten. Sie sind nichts anders als Ausbeuter des Holocausts, die sorglos über Leichen gehen. Ihre wahren Ziele sind Macht und Geld zu sammeln.
Der menschenverachtende Geist des Dritten Reiches ist geschickt in die Kunst geführt worden und wird in ihr deutlich ausgedrückt. Die Beteiligten finden unter der Unantastbarkeit der Kunst Schutz. Die Gemeinheit und Grausamkeit von Förderern und Geförderten sind grenzenlos. Vergleiche mit der Mafia sind ungültig, da die „Beteiligten” viel geschickter und raffinierter vorgehen. Sie stellen reines, unverfälschtes Übel dar.
Mir ist der Schlüssel zur Vergangenheit nicht von den Revisionisten, sondern von ihren angeblichen Widersachern übergeben worden.