The Second Time Around
The list of Austrian poets that Herbert Kuhner has rendered into English reads like Who’s Who in modern Austrian poetry.
- Harry Zohn, Brandeis University, Modern Austrian Literature, Riverside, CA
The translations are impressive (poems by Johannes Urzidil). I would like to express my undivided admiration for Herbert Kuhner. He has remained true to the originals and has at the same time brought them into the new world.
- Gertrude Urzidil
Herbert Kuhner has been the ideal foreign ambassador (at the Edinburgh Festival), reading his translations of modern European women (from Austria) and from minority European cultures (Burgenland Croatian & Carinthian Slovenian), but we haven’t heard enough of his own powerful poetry. His arm may be twisted.
- Joy Hendry, The Scotsman
Literarily speaking, If the Walls Between Us Were Made of Glass: Austrian Jewish Poetry (translated by Herbert Kuhner) is one of the most interesting poetry anthologies I have encountered.
- Konstantin Kaiser, Die Presse, Aufbau
by Peter Demetz; Peter Demetz teaches German and comparative literature at Yale University. Published: August 18, 1985
It is not surprising that tragic tones dominate this anthology. This is indubitably the most important and moving literary collection that has appeared in Austria since 1945.
- Klara Köttner-Benigni, ORF (Austrian Radio); Die Gemeinde, Vienna
These authors deserve to be read attentively, very attentively.
This is one of the landmarks of Austrian publishing history.
- Dr. Alexander Giese, former Austrian PEN-President
You’ve attacked the wrong people.
- P. D. E.
I’ve invariably been blocked and undermined by the “wrong” people.
- H. K
I’m infuriated by your penchant taking a real or an imaginary injustice and making a mountain out of a molehill.
- K. P.
I hate being a spoil-sport. I know that my skin is insignificant, but unfortunately, I have to live in it.
- H. K.
What could they do that they already haven’t done? Throw you in jail?
- Feliks J. Bister, former editor of Das Menschenrecht (Human Rights)
The Nazis attempted to destroy art from the outside.
Those who practice destruction today have taken over
on the inside and destroy art from within.
- Padhi Frieberger, object artist, photographer
The present-day powers-that-be attempt to destroy you as an artist,
but the Nazis want to assassinate you.
- Stephan Eibel Erzberg
When you have been assassinated as an artist,
you have been assassinated.
- Mansur Madavi, filmmaker
In 1938 I witnessed the sacking of maternal my grandmother’s apartment in Rueppgasse 16 in the 2nd district of Vienna. My parents left what had become Ostmark with me in 1939. Members of my family who remained at that address, as well as at Kärntnertrasse 28, my paternal grandmother’s address, were deported and murdered. Incidentally the latter address used to be occupied by the educational offices of the right-wing Austrian Freedom Party. It is now the home of a trend chain store.
After my return to Austria in 1963, I set about translating and publishing Austrian poets, and I considered it my special mission to render those poets who had experienced the Shoah. The conditions were anything but sanguine and salubrious.
I relate an incident which typifies the conditions. A literary piece of mine was published in an anthology of Jewish authors. After the fact, the legal counsel of the Socialist Party and the Jewish Community arranged a meeting with the editor and protested against my inclusion. He is a “brother” of sorts, with whom I had had no communication whatsoever; as a matter of fact I had never even met the gentleman. His objection was seconded by the president of Reporters Beyond Borders, who needless to say, should be opposing censorship instead of endorsing it.
I am not taken aback by all this. I have become acclimatized. I can only ask, “What else is new?” Such occasions are nothing out of the ordinary. Things are the way they are, and that’s the way they are. The tactic is “Now you see him, now you don’t.”
What’s my transgression? Could it be anything that I have written? Am I a purveyor of mendacity? Mendacity can be countered with veracity. As in Kafka’s The Trial, the charges are never enunciated.
Suppression of ideas is the best validation of those ideas.
- Herbert Kuhner
. . . . . . . . . . . . . . .
Die Geschichte wiederholt sich?
Die Liste von österreichischen Lyrikern, die Herbert Kuhner ins Englische übersetzt hat, liest sich wie der Who’s Who der modernen österreichischen Dichtung.
- Harry Zohn, German Dept., Brandeis University, Modern Austrian Literature
Die Übersetzungen sind eindrucksvoll (Gedichte von Johannes Urzidil). Ich möchte Herbert Kuhner meine ungeteilte Bewunderung ausdrücken. Er ist den Originalen treu geblieben und hat sie gleichzeitig in die Neue Welt übertragen.
- Gertrude Urzidil
Herbert Kuhner ist der ideale Botschafter (beim Edinburgh Festival) gewesen, wo er seine Übersetzungen von Lyrik moderner, europäischer Frauen (aus Österreich) sowie Lyrik aus Europäischen Minderheitenkulturen gelesen hat (Burgenland Kroaten & Kärntner Slowenen), aber wir haben nicht genug von seiner eignen kräftigen Lyrik gehört. Wir werden ihn unter Druck setzen.
- Joy Hendry, The Scotsman, Edinburgh
Rein literarisch ist Wären die Wände zwischen uns aus Glas: Jüdische Lyrik aus Österreich einer der interessantesten Lyrikanthologien die ich kenne.
- Konstantin Kaiser, Die Presse, Aufbau
Daß tragische Töne in dieser Anthologie überwiegen, kann nicht verwundern. Mit Sicherheit ist in Österreich seit 1945 kein wichtigeres, kein erschütternderes literarisches Sammelwerk erschienen als dieses. Den Herausgebern ist für diese schwierige editorische Arbeit besonders zu danken.
- Klara Köttner-Benigni, ORF; Die Gemeinde, Wien
Diese Gedichte spiegeln die Erfahrungen und die Erlebnisse mit und in Österreich wider. Wir alle sollten sie sehr aufmerksam lesen, sie sehr aufmerksam hören. Die ist eine Sternstunde österreichischen Verlagsgeschichte.
- Alexander Giese, damaliger Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs
Du hast die falschen Leute angegriffen.
- P. D. E.
Die “falschen Leute” haben mich ständig schikaniert und unterminiert.
- H. K.
Doch was mich vielleicht am meisten ärgert … ist Deine Grundeinstellung, die darauf beruht … aus einem wahren oder vermeintlichen Unrecht, das Dir hier geschehen ist, auch wenn es eine Mücke ist, einen Elefanten zu machen.
- K. P.
Ich will kein Spielverderber sein. Ich weiß das meiner Haut unbedeutend ist, aber leider mußdarin leben.
- H. K.
„Was soll man dir noch antun? Ins Gefängnis werfen?”
- Feliks J. Bister, ehemaliger Herausgeber von Das Menschenrecht
Die „Jetztmächtigen” versuchen dich als Künstler zu zerstören,
aber die Nazis wollen dich töten.
- Stephan Eibel, Schriftsteller
Wenn man dich als Künstler getötet hat,
hat man dich getötet.
-Mansur Madavi, Filmautor
Die Nazis haben versucht, die Kunst von außen zu zerstören.
Die jetzigen Zerstörer haben sich alles unter den Nagel gerissen
und zerstören die Kunst von innen.
- Padhi Frieberger, Objektkünstler, Photograph, Musiker
Nach dem Anschluß, 1938 war ich in meiner Großmutters Wohnung in der Rueppgasse 16, im zweiten Wiener Bezirk als zwei SA-Männer die Wohnung plünderten. Ich war es, der den Verbrechern die Tür öffnete. Diese Szene begleitet mich scharf und klar durchs Leben. Mitglieder meiner Familie die im Haus in der Rueppgasse wohnten und auch in der Kärntnerstrasse 28, sind deportiert und ermordet worden. Letztere war bis vor kurzem die Adresse der Freiheitlichen Partei Österreichs bis eine Trendmodekette sich dort etablierte.
1963 nachdem ich nach Österreich zurückgekehrt war fing ich an, österreichische Lyrik zu übersetzen, speziell, jene, die Shoah überlebt hatten. Diese Tätigkeit ist nie „gesegnet” worden.
Hier eine nicht untypische Situation: Vor kurzem nach der Veröffentlichung eines Prosastück in eine Anthologie jüdischer Autoren, hat der Rechtsberater der Sozialistischen Parte und der Jüdischen Gemeinde eindringlich der Herausgeberin gesagt, daß mein Beitrag nicht in dieses Buch gehöre. Er wurde dabei von der Präsidentin der Reporter ohne Grenzen unterstützt.
Der Berater könnte man irgendwie als eine Art „Brüder” bezeichnen. Dazu muß ich aber sagen, daß ich niemals irgendetwas mit ihm zu tun hatte. Ich habe ihn nicht einmal kennengelernt bevor ich ihn kennenlernte.
Empört oder erstaunt bin ich überhaupt nicht. Ich kann nur fragen: „Was gibt es sonst neues”? Diese Dinge laufen eben wie sie laufen.
Was für Vergehen ist mein vergehen. Wäre es möglich, daß ich irgendetwas geschrieben habe? Kann Geschriebenes solch Benehmen rechtfertigen? Und warum werde ich nicht herausgefordert?
Worin besteht mein Vergehen? Liegt es an irgendetwas, was ich geschrieben habe. Und wenn ja, warum gibt es darüber keine Auseinanderersetzung,
So wie in Kafkas Prozeß wird die Beschuldigung nie ausgesprochen.
Die Unterdrückung von Ideen ist deren beste Bestätigung.
- Herbert Kunner
Sphere: Related ContentPosted: June 2nd, 2008 under Reviews, Polemics, Aktuell, Stories.
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