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HERBERT KUHNER Romancier, Lyriker, Dramatiker und Übersetzer ist 1935 in Wien in geboren. Er emigrierte 1939 in die Vereinigten Staaten und studierte an der Lawrenceville School und Columbia University. Nach Wien kehrte er 1963 zurück, wo er als ein freier Schriftsteller und Übersetzer lebt.

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Remigration

Another topic I have “touched upon” is “remigration.” This word is a neologism, which means coming back to where you have been driven out.I've always said that I wanted a smooth ride, but I couldn't help rocking the boat. Rocking seems to be in my genes.

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On the road I have traveled, I have met many remarkable people. First I name my friend and mentor the late Emile Capouya. “Mike” encouraged me over the years and published two of my books in New York.

Herbert Kuhner

grew up in the United States, associating with the New York City jazz and coffee scene in the 1950s. ". . I've always said that I wanted to have smooth sailing, but I couldn't help rocking the boat. Rocking seems to be in my genes". As a subtitle I’ve chosen “Stepping out of line,” which is a movement my feet can’t seem to avoid making.

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Vienna Today

Returning to my birthplace has given me a unique opportunity of writing on Third Reich Revisionism. This topic interlinks with Violence under the Guise of Art like pieces of a puzzle to reveal how the past manifests itself in the present.

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Aktionismus und Gewalt in der Kunst

Herbert Kuhner

„Die Blasphemie, die Obszönität, die Scharlatanerie, der sadistische Exzeß, die Orgie, die Senkgruben-Ästhetik sind unsere moralischen Mittel. Auch der Lustmord ist drin. Zur Sexualität gehört natürlich auch das Morden. Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.”
- Otto Mühl, Aktionist

„Eine der Frauen, heute 29, sagt etwa aus, sie habe als Fünfjährige, umringt von der Führungsmannschaft der Kommune, Mühl sexuell befriedigen müssen. Die beiden nun gegen Mühl auftretenden Frauen sagen, sie seien zur Zeit der Gerichtsverhandlung gegen Mühl von ExKommunarden gezwungen worden, nicht über die Geschehnisse zu reden.”

- Der Spiegel, 1. März 2004

„Mühl ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex und ich bin spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern … Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist. Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.”
- Hermann Nitsch, Aktionist

„Nitsch ist ein Sadist, ein geltungssüchtiger, autistischer Psychopathensäufer, er ist ganz narzißtisch, ein zu kurz gekommenes Muttersöhnchen. Rainer ist ein echter Schläger und Sadist. Nitsch quält dafür Leute bei seinen Aktionen, sie frieren immer. Er richtet das so ein. Ich hätte gern gewußt, wie viele da krank geworden sind, wie viele Lungenentzündung gehabt haben und wie viele gestorben sind”.
Otto Mühl, Aktionist

„Würde ihre Tochter nackt als elfjähriges Mädchen auf einer Bühne stehen, ihr Schädel kahlgeschoren und unter der Anleitung des Herrn Nitsch in ihren Geschlechtsteilen herumgebohrt werden’ möchte sie wissen, ob Sie dann noch von ‚Freiheit der Kunst’ sprechen.”

- Lore Jarosch, Autorin

„Die Berauschung durch Blut und das Auseinanderreißen von rohem Fleisch soll befriedigend sein …. Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.” „Wenn es möglich wäre, würde ich durchaus lieber mit Menschen arbeiten, mit toten Menschen, nämlich mit Leichen. Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist, daß aber jetzt eine andere Verantwortungsebene an den Mörder herantritt …. Also: Kunst kann auch ein Verbrechen sein, sagen wir es so.”
- Hermann Nitsch

„Wir haben schon daran gedacht, Leute umzubringen, als Kunstwerk oder so - wenn das radikal ist.”
- Oswald Wiener, Autor und Aktionist

„Entweder uns geht’s gut oder die Welt geht in die Luft.”

- Peter Weibel, Aktionist und Kultur Kommissär

„Das heißt also, in der Kunstszene kann man unter linken Etiketten mal so richtig die Nazi-Sau rauslassen.”

- Lutz Dammbeck, Filmemacher, Das Meisterspiel

„Der neue Faschismus wird sich nicht als Faschismus deklarieren, sondern als Antifaschismus.”
- Ignazio Silone

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Österreich keine gründliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Angeblich sind in den Fünfziger Jahren die übrig gebliebenen Nazi-Autoren von einer radikalen, „antifaschistischen”, künstlerischen Bewegung verdrängt worden. (Aber man muß auch hinzufügen, daß die „Verdrängung” von Autoren mit braunem Hintergrund sehr lückenhaft gewesen ist.) Die Aktionisten gehörten dieser Bewegung an. Jene, die sich für eine barbarische Bewegung eingesetzt haben, wurden verdrängt von denen, die öffentlich barbarische Veranstaltungen aufführen wollten. Der alte Geist zog neue Kleider an und fand für sich ein neues Ambiente.

Gewalt wurde in die Kunst integriert und stellt sich als Protest gegen Gewalt dar.

Die Nazis leugnen die Shoah ab; die Revisionisten schwächen sie ab.

Die Revisionisten sind die „respektablen” Apologeten der Nationalsozialisten, die sich in die Gesellschaft integriert haben.

Die Revisionisten widersprechen der barbarischen Wahrheit des Dritten Reiches und „verdammen” die Barbarei der Aktionisten. In der Folge geben sich die Apologeten des Nationalsozialismus und die politischen Reaktionäre scheinheilig und gewinnen leicht Punkte gegen die „Antifaschisten”, derer sich die Aktionisten angenommen haben. Jene, die mit den sadomasochistischen Veranstaltungen der Aktionisten nicht einverstanden sind, sind gehemmt und haben Angst, mit den Rechten in einen Topf geworfen zu werden. Ich zitiere Michael Ley: „Da man sich jedoch als antifaschistisch ausgab, schien man gegen jegliche Kritik gefeit und bezichtigte häufig die Kritiker als ‘Faschisten’.”

Der Kampf um die Darstellung des Dritten Reiches, der in der österreichischen Öffentlichkeit stattfindet, wird hauptsächlich zwischen den Regenbogen-Revisionisten und den Holocaust-Ausbeutern geführt. Die einen versuchen das „Image” des Dritten Reiches zu verbessern, während die anderen unqualifizierte Beschimpfungen und Erklärungen von sich geben.

Die Nationalsozialisten haben Gewalt gegen Menschen und Sado-Masochismus meistens im Geheimen praktiziert, da sie ehrenhaft und anständig erscheinen wollten. Heute wird „anständig” als Nazi-Codewort verwendet. Dies hat Tradition. Heinrich Himmler: „Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Und dies durchgehalten zu haben, und dabei — abgesehen von menschlichen Ausnahmeschwächen - anständig geblieben zu sein, hat uns hart gemacht und ist ein niemals genanntes und niemals zu nennendes Ruhmesblatt.”

Die Revisionisten sehen und beschreiben die Barbarei vergangene Tagen in Rosafarben. Ein Revisionist ist nicht gegen Gewalt. Er prangert sie nur an, wenn sie im „anderen” politischen Lager zu Hause ist.

Eineinhalb Millionen Kinder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Jene, die versuchen, das Dritte Reich zu rehabilitieren, sind nicht wirklich an dem Schicksal von Kindern interessiert.

Manchmal sagt der falsche Mann das Richtige für die falsche Sache.

Dadurch, daß sie sich gegen den Aktionismus stellen, helfen die Revisionisten, ihn aufrechtzuerhalten.

Der Freiheitliche Politiker Ewald Stadler ist ein ausgesprochener Aktionismusgegner und zugleich Verteidiger des rechtslastigen Bischof Kurt Krenn. Seminaristen in Krenns Obhut in St. Pölten begeilten sich tausendfach an Kinderpornographie aus dem Internet. Die Linken sollen diskreditiert, und die Ultrarechten verteidigt werden.

Krenn „äußerte Verständnis für die Verehrung des ‚Anderl von Rinn’ in Tirol, eine antisemitische Legende über einen angeblichen Ritualmord von Juden an einem katholischen Knaben.”

Stadler über Krenn: „Man wird sich noch nach Krenn sehnen”, trauerte Stadler im Neuen Volksblatt dem zurückgetretenen Oberhirten Kurt Krenn nach. Die traditionstreuesten Katholiken sind jetzt führungslos. Das sind Tausende allein in Niederösterreich.

Stadler über vergangene Tage: „1945 sind wir angeblich vom Faschismus und von der Tyrannei befreit worden und in die nächste Tyrannei geraten.”

Die, die Gewalt und Sadomasochismus predigen und öffentlich praktizieren, marschieren in der vordersten Reihe mit den Antifaschisten. So können sie sich profilieren und werden dafür bestens belohnt. Welch ein Segen für die Revisionisten! Sie kriegen die besten Karten und können leicht Punkte sammeln.

Der Maler Adolf Frohner: „Der Aktionismus hat aufbegehrt gegen das Schweigen nach 1945. Die gleichen Leute, die in der Nazizeit dort gewesen sind, sind weiterhin auf ihren Stellen geblieben, mit dem Parteizeichen unter dem Revers oder sie haben es weggeworfen.”

Manchmal ist das Gegengift nicht weniger giftig als das Gift.

Hitler befahl den Mord an Ernst Roehm und seinen SA-Schergen im Juni 1934. Roehm war Hitlers Gegner, aber er war weder Anti-Nazi noch Humanist. Hitler befahl auch den Mord an Dollfuß im selben Jahr. Dollfuß war Anti-Nazi, aber nicht Antifaschist. Stalin war Antifaschist aber er war nicht antitotalitär. Man soll nicht nur fragen, wogegen einer ist, sondern auch wofür.

Als Josef Goebbels das von sowjetischer Seite verübte Massaker an polnischen Offizieren 1941 in Katyn anprangerte, tat er dies weil es in sein Konzept paßte. Wir wissen, daß er nicht gegen Massaker war, denn die Verbrechen, die er guthieß, waren grenzenlos.

Demagogen lügen nicht immer. Sie erzählen die Wahrheit, wenn es ihren Zielen dient.

Ein Demagoge kann weder eine Lüge in die Wahrheit verdrehen, noch kann er die Wahrheit in eine Lüge verdrehen.

Kein Lügner lügt immer. Eine kaputte Uhr zeigt zweimal am Tag die richtige Zeit.

Ich mußte aus Österreich, beziehungsweise aus der Ostmark flüchten, sonst hätte ich das Schicksal mit denen die nicht flüchten wollten oder konnten, geteilt. Deswegen ist es eine logische Folge, daß ich Grausamkeit gegen jedes Lebewesen, Brutalität und Erniedrigung von Menschen und Schändung religiöser Kultobjekte entschieden ablehne.

Als ich nach Österreich zurückkehrte, fand ich mich als Schriftsteller ausgegrenzt. Nachdem meine Satire über den Aktionismus, Da-Da Ga-Ga Ka-Ka. Damals erzählte mir Helmut Butterweck von Der Furche: „Du hast gerade literarischen Selbstmord verübt.” (Nur, ich war längst schon Tot bevor ich mich umgebracht habe.)

Ich zitiere den Soziologen Michael Ley: „Nur einem ausgegrenzten Außenseiter fiel auf, was sich hinter der billigen Floskel „antifaschistische Kunst” verbarg: Affirmation totalitärer Gewaltverhältnisse, nicht ihre Kritik.

In der Kunst wird es immer schwieriger, die Böcke von den Schafen zu unterscheiden, wahre Künstler von Scharlatanen. Es ist alles eine „Geschmackfrage”. (Meiner Meinung nach, haben die Böcke längst alles unter den Nagel gerissen, und ihr Blöken dominiert.) Jedoch öffentliche „Aktionen” wie z. B. Tiere zu Tode zu quälen, Selbstverstümmelungen, Geißelungen und Auspeitschungen, das Trinken von Blut und Urin, das Essen von Kot, und schließlich Selbstzerstörung, sind Taten, die von mir eine Stellungnahme verlangen. Beispiele: Valie Export goß kochendes Wachs über lebende Vögel. Günther Brus schlitzte seine Brust mit einer Rasierklinge auf und sagte, der nächste Schritt wäre ein Stück Fleisch von sich selbst zu essen. Rudolf Schwarzkogler verübte Selbstmord als die endgültige „Aktion”. Es wird behauptet, daß Rudolf Schwarzkogler seinen Penis abgeschnitten hat, bevor er sich aus einem Fenster stürzte.

Diese „Darstellungen” wurden von der österreichischen Kulturelite praktiziert und von der crème de la crème unterstützt, und sie sind von den Machthabern und jenen, die Macht anstreben, gutgeheißen worden. Manche ihre Befürworter sind in der Kunst des Sophismus sehr gewandt und geübt.

Gewalt als Nervenkitzel auszuüben hat überhaupt nichts Gemeinsames mit Antifaschismus, und deswegen meiden die „Kulturmacher” die Auseinadersetzung mit diesem Thema.

Diejenige, die nicht Befürworter oder Mitläufer sind, schweigen meistens, und sie haben auch die Angst, daß jegliche Kritik die Revisionisten verstärken wird.

Die Frage ist: können Lügen und Gemeinheit einer guten Sache dienen?

Es ist Zeit endlich die Karten auf den Tisch zu legen, komme was wolle.

Die Nazis zerstörten Menschen und menschliche Werte. Sie versuchten die Kunst durch eine sterile Verherrlichung von Mutterschaft und soldatisches Heldentum sowie Familien-, Bauern- und ländliche Idyllen zu ersetzen. Im Grunde zeigt nationalsozialistische Kunst oder Nicht-Kunst eine verlogene Darstellung von patriotischer Liebe zu Mutter Erde und zum Vaterland.

Die sadomasochistischen, antihumanistischen und mörderischen Elemente in den antisemitischen Schriften, Karikaturen und Propagandafilmen sind selten in der Nazikunst zu finden. Deswegen ist die Lüge in der Nazikunst eine doppelte. Die Lüge sollte eine brav-biedere Bewegung und Gesellschaft widerspiegeln. Nicht gezeigt wird der wahre Charakter. Aktionistische Kunst oder Anti-Kunst fügt das hinzu, was fehlt. Und tatsächlich ist dies ehrlicher. Man könnte sehr wohl argumentieren, daß sie wahrhaft die Gesellschaft repräsentiert, in der sie entstanden ist. Aufschlußreich ist, daß diejenigen, die ihren Kot auf den Staat entladen haben, von diesem die höchste Annerkennung als Staatskünstler genießen.

Für die Bürger des Dritten Reiches gab es großartige Möglichkeiten, sich ihren sadistischen Neigungen hinzugeben. Die Konzentrationslager und andere Mordstellen waren ein Paradies für sadistische Kommandanten, Aufpasser, Wärter, Kapos und die Totenkopfbrigade der SS.

Ausgenommen die Kristallnacht vom 9. November 1938, fanden barbarische Nazitaten meistens unter Ausschluß der Öffentlichkeit oder in eroberten Ländern statt. Die Nazis wollten den Ruf als tapfere Krieger genießen, nicht als Massenmörder hilfloser Zivilisten. Sie benahmen sich ehrlos, wollten aber als ehrenhaft gelten. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs, bis in die Gegenwart, wird einhellig die Auschwitzlüge von den Nazis und ihren Apologeten verbreitet. Und sie bleiben auch dabei, wenn Neo-Nazis gegen Minderheiten, Asylanten und ihre Helfer im heutigen Deutschland und Österreich Gewalttaten verüben.

Diese Zustände sind natürlich ein gefundenes Fressen für die Revisionisten. Sie übermalen die Barbarei der braunen Vergangenheit mit rosigen Farben, verurteilen aber Gewalt, wenn sie von „Andersdenkenden”, ausgeübt wird. Dadurch profitieren alle. Gültige Argumente werden den Revisionisten auf einen Servierteller präsentiert, und jeder, der Kritik an Gewalt unter dem Deckmantel der Kunst übt, wird mit ihnen in einem Topf geworfen. Wer sich äußert, muß mit Konsequenzen rechnen, weil man gegen Macht und Einfluß agiert.

Geschlossene Bücher sind gefährlicher als offene Bücher.

Die Gegenwart ist ein Schlüssel zur Vergangenheit, und auch umgekehrt.

Die revisionistische Fraktion ist ein offenes Buch, aber nur wenn auch die geschlossenen Bücher offen liegen, kann es eine echte Aufklärung geben.

Der menschenverachtende Geist des Dritten Reichs ist in die Kunst geleitet worden und fließt darin mit großer Leichtigkeit, und es ist kein Ende in Sicht. Die sadomasochistische Ideologie befürwortet Gewaltformern wie Vergewaltigung, Pädophilie und Mord, sowie politische Attentate und die Diffamierung und das Töten von Krüppeln. Seine Anhänger arbeiten unter der heiligen Schutzschale der Kunst, während sich Journalisten tief im Einverständnis verbeugen und Politiker zu ihren Melodien tanzen.

Es gibt manchmal einen Weg zum Allerheiligsten für Künstler die am Rande stehen. Es kann passieren, daß diese in spätern Jahren ein Angebot erhalten, „aufgebaut” zu werden. Eine Beteiligung an privaten „Veranstaltungen” wird verlangt, um sie erpreßbar zu machen, so daß eine Ausbeutung gesichert wird. Und es gibt dabei keine gesetzlichen Grenzen. Erst posthum schießen die Preise in die Höhe, und das große Geschäft wird gemacht.

Ein prominenter Förderer meinte, ausplaudern könnte auch extreme Folgen haben.

Eine Bruderschaft im Üblen hält Übeltäter zusammen, genauso wie Blut als Klebestoff für die SS diente.

Hier sind Zitate aus dem Film Das Meisterspiel von Lutz Dammbeck, in welchem der 1994 erfolgte und bis heute nicht geklärte Anschlag auf einige Bilder Arnulf Rainers thematisiert wird. Im Bekennerbrief kommt der Satz vor, „Ich habe mich entschlossen, Aktionist zu werden.” Diese Worte erinnern an ein Zitat aus Mein Kampf von Adolf Hitler: „Ich habe mich entschlossen, Politiker zu werden.” Der Philosoph Helmut Kohlenberger: „Die Kunstszene, in der beschlossen wird, Aktionist zu sein, ist ein struktureller Nachfolger (des Nationalsozialismus) … Und ich glaube tatsächlich, daß in der gesamten Kunstszene eine Nachfolge dieses Regimes gegeben ist, denn sie ist die einzige erlaubte Diktatur in diesem Land (Österreich).” Dammbeck: „Das heißt also, in der Kunstszene kann man unter linken Etiketten mal so richtig die Nazi-Sau ‚rauslassen.” Kohlenberger: „Insofern ist hier ein Text entstanden, der unangenehm erinnert, das es eine Kontinuität gibt, mitten in der behaupteten Diskontinuität und zwar gerade dort, wo man sie nicht vermutet, nämlich bei den braven, linken und antifaschistischen Künstlern.”

„Ein Künstler erkennt sein Werk, wird es ihm via Medien frei Haus geliefert….” (Bekennerschreiben vom 20. 12. 1993 an dem General der Sicherheitspolizei Michael Sika, nach dem Briefbombenattentat auf den Wiener Bürgermeister Dr. Helmut Zilk.)

Nach Josef Dvorak: “In der Praterstrasse im Hinterzimmer der Mühl Kommune bastelte Hermann Flasch mit Interessenten an Sprengkörpern. Man wollte Sprengstoffbriefe an verschiede Politiker (darunter die ÖVP-Abgeordnete (Marga) Hubinek) und Institutionen schicken, aber alle Spuren sollten auf Hermann Flasch weisen. Schließlich würde ihn die Polizei finden - tot. Der Selbstmord sollte nach einer genau ausgearbeiteten Happening-Partitur vor sich gehen und verfilmt werden … Ich erfuhr Hermann Flaschs kompletten Plan im Juni 1972 … Flasch irrte im Wiener Prater umher, am 4. Juni bat er mich telephonisch um Hilfe. Wir vereinbarten eine Aussprache für den 8. Juni, der drei weitere folgten. Dabei bekam ich die “Partitur” des Selbstmord Happenings zu Gesicht, die ich schon vorher in der Mühl-Kommune gesehen hatte, ohne sie zu verstehen, ich erfuhr Einzelheiten und Namen von Mitbeteiligten an den geplanten Sprengstoffaktionen … Neben seiner Leiche fand die Polizei die Suizid-”Partitur” aus dem Jahr 1972. Der Selbstmord war genau nach dieser Vorlage ausgeführt. Tage nachdem man die Leiche entdeckt hatte, erreichten die letzten Sprengstoff-Briefe ihre Adressaten. Im September 1973 schrieb ich für das Neue Forum einen Nachruf auf Hermann Flasch. Mühl vereitelte den Abdruck und drohte mir für den Fall, daß ich den Wiener Aktionismus journalistisch kritisieren sollte, Folgen an. Ich würde in Österreich meinen Beruf nicht mehr ausüben können … Einige Tage später wurde deutlich, daß der “Fall Flasch” vertuscht werden sollte. War schon die polizeiliche Spurensicherung äußerst mangelhaft gewesen, wurden nun keine Hintergrundinformationen an die Presse weitergegeben, ein sehr hoher, öffentlicher Funktionär versuchte (erfolglos) einen Anti-Mühl Artikel in der Arbeiter Zeitung zu verhindern. Kollegen warnten mich vor “Maßnahmen” von oben: ich wisse zu viel.”

In solcher, „aufgeklärten Atmosphäre” schien ein Mann, der sich öffentlich im Kot begattete, der eine Gans enthauptete und eine Frau mit dem Halsstumpf penetrierte, geradezu prädestiniert, eine Kommune zu leiten, wo er als Hüter von Kindern fungierte. Dort herrschte er fast zwei Jahrzehnte unbeschränkt. Die Subventionen flossen, und Lob kam von den höchsten Stellen.

Bruno Kreisky: „Mein Freund und größter Maler, vielleicht der beste, den wir in Österreich haben. Als Mensch hat er eine große intensive Entwicklung durchgemacht und in der Tat hat er neue menschliche Qualitäten ins Leben der Gemeinschaft eingebracht.” Und über die Kommune: „Von der liberalen Warte aus betrachtet, bleibt uns nichts anderes übrig, als diese jungen Menschen gewähren zu lassen. Man muß dieses Experiment gegen Angriffe, vor allem von den deutschen Zeitungen in Schutz nehmen.”

Die Kommune ist auch von Theodor Kery, Hilde Hawlicek, Karl Blecha und Helmut Zilk unterstützt worden.

Im Winter 1989 wurden Mühl und seine Mit-Aktionisten bei ihrer Ausstellung in Kassel durch Bundeskanzler Franz Vranitzky geehrt, der diese eröffnete.

Hier sind Zitate vom Herrscher der Kommune: „Darstellungswürdig ist alles, was einfällt … Auch der Lustmord ist drin. Koitus, Folterungen, Vernichtung von Menschen und Tieren sind das einzige sehenswerte Theater … Zur Sexualität gehört natürlich auch das Morden.” Haustiere dienen ihm als Notbehelf. Demnächst will er im LSD-Rausch einen “perfekten Lustmord verüben, mit einer Ziege, die ich als Frau anerkenne. In meinen nächsten Filmen werden Menschen geschlachtet. Das Schlachten von Menschen darf nicht Staatsmonopol bleiben. Es wird bald zur sittlichen Pflicht gehören, Banken zu knacken und irgendeinen Krüppel niederzuschießen.”

Kultur-Kommissar Peter Weibel über einen integeren Politiker: „Ich kannte Universitätsprofessor Dr. Stephan Koren. Er war ein Krüppel und wollte mir immer zeigen, daß er einer ist wie ich. Mir zum Beweis hat er sich zum Minister hinaufgehangelt, auch nur mit einem Arm … wenn das Krüppel Koren bei öffentlichen ansprachen den linken Arm als grauenerregendes Monument seiner vertanen und verstümmelten Menschlichkeit in die Luft streckt …daß jedem gesunden Österreicher vor entsetzen über diesen Aussatz der Nation die Pupille platzt … (etc.)

Weibel weiter: „… daß sich im Amoklauf und im Mord und Attentat der eigentliche Mensch erst verwirklicht … und ich wäre froh, wenn ich schon die Kraft hätte so etwas zusammenzubringen wie die Attentäter und Amokläufer, das sind einzigartige menschliche Leistungen für mich.”

Oswald Wiener: „Wir haben schon daran gedacht, Leute umzubringen, als Kunstwerk oder so - wenn das radikal ist. Aber es ist nicht geschehen. Bayer, Achleitner, Rühm und ich haben uns zwei, drei Jahre lang fast täglich zu intensivieren Diskussionen getroffen.”

Ein Zitat aus Oswald Wieners Kultroman: Die Verbesserung von Mitteleuropa, „purim ein fest für heimito dr. von doderer”: „ich komme dann sofort, auf den ‚flügeln des hasses’, hol mich der teufel, und hau sie in die goschen, hau alle in die goschen wie ein maniak und hol mich der teufel, das wird der grösste intellektuelle genuss meines lebens sein.” Und weiter: „jemand, der aussieht wie ein jude, wird in einer ecke, kopf voran, ständig an die wand geworfen.”

Hermann Nitsch: „Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist, daß aber jetzt eine andere Verantwortungsebene an den Mörder herantritt …. Also: Kunst kann auch ein Verbrechen sein, sagen wir so. Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.”

Dies alles bildet ideologische Unterlage für „Snuffing” als Kunstform.

Hier Otto Mühls Credo:

Das Friedrichshofer Vaterunser
Es lebe das Ganze
Ich widerstehe der Versuchung,
gegen das Ganze zu sündigen,
Sowohl in der Sexualität, als auch im Besitz,
Sowohl auch in meinem Denken und Handeln,
Alles was ich tue, ist auf das Ganze gerichtet,
Ich werde mein Programm, das ich von fremden,
ethischen Menschen aufgeprägt bekam, auflösen.
Und in ein soziales Programm im Sinne
des Ganzen umfunktionieren.
Ich denke, arbeite, handle und fühle
nur für das Ganze.
Ohne das Ganze bin ich ein nichts.

Weiters: „Die Erwachsenen betrachte ich nur als Futter für die Kinder. Mein Plan wäre, hier 5.000 Kinder und die Erwachsenen verzichten aufs Glück und schaffen nur noch Geld heran, damit man das hier aufbauen kann. Es geht nur darum, sich zu ändern. Über Nacht hast du keine Zweierbeziehung mehr, keine privaten Gefühle, alles baust du ab, aufs Geld bist du nicht mehr fixiert. Du dienst nur einer Sache: Projekt dritte Generation. Die Kinder der dritten Generation, die besser sind als alle miteinander, Menschen, die überhaupt noch nie da waren. Für so etwas zu arbeiten ist ein derartiger Glücksfall. Es mobilisiert derartig viele Energie bei dem, der es erkennt und Glücksgefühle und Rausch, daß man sofort ein positiver Mensch ist”.

Erinnert dies etwa an Lebensborn?

Otto Mühl über sich selbst: „Ich bin vermutlich der eitelste Mensch unter Gottes Himmel … Cäsar, Napoleon, Stalin, Lenin, Hitler haben irrsinnig große Sachen geleistet, von denen die Welt heute noch immer spricht, sei es negativ oder positiv, immerhin das erste muß man erreichen im Leben, daß geredet wird, sonst hat das Leben keinen Sinn … So weit berühmt zu sein, ist köstlich. Sonst ist das Leben ein Blödsinn. Wenn ich nicht einigermaßen bekannt wäre, würde ich es nicht aushalten. Ich bin berühmt und werde noch berühmter. Selbst wenn ich durch den Aktionismus nicht berühmt geworden wäre, durch die Kommune bin ich’s außerdem noch.”

Gewiß kann nicht geleugnet werden, daß Otto Mühl sein Ziel erreicht hat.

Und zum Vergleich Hermann Nitsch: „Ich war alles. Ich war Napoleon, ich war Christus, ich war Nietzsche, ich war Schopenhauer, und ich werde alles sein, was da noch kommt.”

Otto Mühl über seinen Kollegen: „Nitsch ist ein Sadist, ein geltungssüchtiger, autistischer Psychopathensäufer, er ist ganz narzißtisch, ein zu kurz gekommenes Muttersöhnchen. Rainer ist ein echter Schläger und Sadist. Nitsch quält dafür Leute bei seinen Aktionen, sie frieren immer. Er richtet das so ein. Ich hätte gern gewußt, wie viele da krank geworden sind, wie viele Lungenentzündung gehabt haben und wie viele gestorben sind”.

Und Nitsch über seinen Kollegen: „Mühl ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex und ich bin spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern.”

Genauigkeit:

Gabriele Wladyka: „Das Nitsch Zitat ist aus Falter 24-30 7 Nr. 30 1998, S 18. Das Mühl Zitat ist aus: Andreas Schlothauer: ‚Die Diktatur der freien Sexualität’”, S 122.

Dieter Schrage, Museumsdirektor, a. D.: „Die von Frau Wladyka zitierten Künster-Äußerungen sind keinesfalls authentisch und können nur einem bedauernswert gestörten Gehirn entstammen.”
Der Standard, 16.09.2007.

Als angehende „Aktionisten” erfreute sich Mühl und Nitsch der Unterstützung von Monsignore Otto Mauer, der nach dem Krieg - wie auch Bischof Alois Hudal - zur „Ratten-Linie” des Vatikans gehörte. Sie halfen „ehemaligen” Nazis, unter anderen dem Publizisten der Donau-Zeitung Otto Schulmeister, der später Mauer unterstützte, und mit ihm die katholische Kulturzeitschrift Wort und Wahrheit herausgab.

Zitat Otto Schulmeister, 1989: „Ich hatte von Herrn (Generaloberst Alexander von) Löhr durchaus nicht den Eindruck, daß er ein Schwein ist. Und damals gab es sehr viele Schweine, nicht nur braune.” Und ob er bedauert, was er damals geschrieben hat? Schulmeister: „In keinster Weise!” (sic!)

Mauer, den Pater Familias der Aktionisten, war offizieller katholischer Seelsorger der Künstler in Wien.

Zitat Otto Mauer 1948, drei Jahre nach dem Holocaust: „Die Juden haben großen Einfluß auf den Kommunismus und auf den Kapitalismus … Sie spielen sich auf als Verteidiger der Humanität … während sie nichts anderes als wie ein unsittliches Volk mit einem pervertierten Ungeist sind … Sie seien zur ewigen Verdammnis verurteilt … sie wählen immer nur das Böse.”

Bischof Egon Kapellari, Österreichs Kunstbischof: „Msrg. Otto Mauer, der unvergessene Förderer seinerzeitiger Gegenwartskunst, hat in seinem bekannten Text „Über Kunst zu reden” gesagt, er hätte Verständnis dafür, daß sich die Gesellschaft, ja der Staat, gegen eine menschenverachtende, rassendiskriminierende, antisemitische usw. Kunst zur Wehr setze.”

Später aber, gab sich Mauer „versöhnlicher” und bot den Juden eine Lösung an. 1949 schrieb er: „Es gibt eine Lösung der Judenfrage, aber es gibt nur eine: daß die Juden in Christus den Messias erkennen, daß die Heiden Christen werden…”

Zitat Otto Mauer während des Dritten Reiches: „Der Künstler hat es mit dem Teufel zu tun, der eine als Besessener, der andere als Exorzist.”

Mauer zum Maler Günther Kraus: „Ein guter Katholik kann kein guter Künstler sein.”

Mauer bezeichnete den Objektkünstler Padhi Frieberger als „Ketzer”. Danach bot er ihm an, ihn zu fördern, wenn er der katholischen Kirche beitreten würde.

Josef Dvorak über Otto Mauer: „Jedenfalls war er der Meinung, daß Otto Mühl und Hermann Nitsch in seiner Galerie viel besser aufgehoben wären als in meiner. Deshalb intrigierte er maßlos gegen mich.”

Otto Mauer „kreierte” den Aktionismus und er „prägte” seinen Geist, der allgegenwärtig in der Kunstwelt geworden ist. Die antihumanistischen Tendenzen haben sich nicht entwickelt, sie waren sofort da. Monsignore Mauer hat den Aktionismus gesellschaftsfähig und „offiziell”-vertretbar in Österreich gemacht. Aktionismus hätte sich nie so ringsum verbreitet, wäre sein Hauptförderer nicht ein Priester gewesen.

Am 17. April 1967 gab Mühl zusammen mit Oswald Wiener und Peter Weibel eine aktionistische Vorführung in Mauers Galerie nächst St. Stephan, der Brutstätte des Aktionismus. (Die sadomasochistische Veranstaltung an der Universität Wien folgte am 7. Juni.) Mühl war schon damals als Veranstalter und Star von Fäkalorgien berühmt. Diese sollten als Basis für das „gescheiterte Experiment” dienen. (Mühls Partnerin Hanel Koeck hat sich auch Hermann Nitsch für ähnliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. )

Hier sind Zitate Otto Mühls während er Otto Mauers Unterstützung genossen hat: „Der Akt der Zerstörung selbst wird - wie in den Aktionen, in denen Mühl Tiere tötet oder töten läßt - zur Darstellung gebracht und gegen die Torturen der berechnenden und beherrschenden Zivilisation” gesetzt, denen Mensch und Tier in zweckrationalen ökonomischen, wissenschaftlichen, politischen oder religiösen - Funktionszusammenhängen auf instrumentelle, mechanisierte Weise unterworfen werden. Mühl propagiert dementsprechend „MORD ALS KUNST”: „früher wurden tiere und menschen rituell gefoltert und getötet. heute werden tiere in massen hingeschlachtet, um die milliarden wichtelmägen zu füttern./massen von wichteln lassen sich für politische ziele sinnlos abschlachten. /die medizin macht tödliche experimente mit wichteln und tieren./ nur die kunst soll da tatenlos zuschauen? NEIN! AUCH DIE DIREKTE KUNST FORDERT DEN IHR ZUSTEHENDEN BLUTZOLL!” ….Im Zuge des aktionistischen Beharrens aus dem Gewaltspruch gegenüber dem Gewaltmonopol des Staates, was bereits im Surrealismus thematisiert wird, fordert Mühl auch die Freiheit, das Schlachten von Menschen öffentlich als Aktion zeigen zu dürfen. Niemand soll dabei gegen seinen Willen umgebracht werden - die Akteure hierzu hofft er durch einen dementsprechenden Aufruf an alle Selbstmörder zu finden. Angesichts der Sinnlosigkeit tagtäglich zu Tode gebrachter Menschen scheint Mühl dies ein „innerhalb unserer Gesellschaft gerechtfertigtes ausdrucksmittel” zu sein.”

Schlüsselzitat Otto Mühls: „Die Demokratie ist auch so eine Scheiße.”

Peter Turrini, Gastkommunarde am Friedrichshof: „Das erste Mal, als es mir gelungen ist, so etwas wie Sympathie der Gruppe zu erwerben, war ein Muttermord. Also, ich habe dann bei dieser Selbstdarstellung, so einen rituellen Muttermord gemacht; und ich hab das halt so durch Schreien und Brüllen und Weinen und Brunzen und Scheißen, so eine vollkommene Auflösung und gleichzeitig Ermordung gespielt, erlebt; das war immer gemischt. Und als das dann zu Ende war und ich dann nackt und schwitzend und schluchzend am Boden lag, da sind die hergekommen und haben mich gestreichelt und haben irgendwie gesagt: ‘Das ist ja wahnsinnig angenehm, das ist ja wirklich was; wer ist schon ein wirklicher Muttermörder?’ Mein Eintritt in die damalige Gruppe war ja ein Muttermord.”

Als die Umstände in der Kommune von der Presse aufgegriffen wurden, versuchten Mühls Befürworter zu beschwichtigen, einschließlich Standard-ten-Träger Peter Sichrovsky, der als sein „Vorreiter” mit Artikeln wie Das Sonnenreich des Aktionisten hervorgetreten ist und der für Mühl als PR-Berater gearbeitet hat.

Nachdem Mitglieder der Kommune rebelliert hatten, brachten ihn revisionistische Hetzblätter zu Fall. Liberale Zeitungen verteidigten ihn oder hielten sich mit Kritik zurück.

(Betreffend revisionistisches Gedankengut, muß man hier betonen, daß diejenige, die den Mord an eineinhalbmillionen Kindern in den Todesfabriken des Dritten Reiches verharmlosen, nicht wirklich gegen Kindesmißbrauch sind.)

Ex-Kommunarde Andreas Schlothauer: „Die meisten von uns (ehemaligen Mitgliedern) wissen, daß Otto Mühl die 12 bis 16 jährigen Mädchen nötigt. Er praktiziert das, was im Mittelalter‚ jus primae noctis‘ hieß, nur hat Hr. Mühl dieses Recht auf Wochen und Monate ausgedehnt.”

Eine Anklage gegen Mühl auf Grund von Aussagen von Kommunarden kam Ende 1989 zu Stande. Schlothauer über Ereignisse im Mühl-Prozeß am 23. Januar 1990: „Nach den bewegenden Schilderungen der sieben von Mühl mißbrauchten Mädchen folgte - unter Ausschluß der Öffentlichkeit - die Video Vorführung eines Zusammenschnittes verschiedener Darstellungen am Friedrichshof. Neben Gewalttätigkeiten Otto Mühls war mehrfach seine Frau Claudia zu sehen, wie sie minderjährige Kommunarden vor einem enthusiastischen Publikum zum Oralverkehr nötigte.

„‚Ich habe die Filme gesehen. Sie übertreffen alles Bisherige, ‘ sagte die Richterin anschließend. ‚Die Buben wollten das nicht, sie haben geweint. Die sind für ihr Leben geschockt. Es war ihr Bub, ihr eigener Bub und seine Stiefmutter!’
(Einer der Jungen ist der Sohn von Otto Mühl und Claudias Schwester.)

„‚Staatsanwalt Rabonog meinte, noch unter dem Eindruck der Zeugenaussagen und Videovorführung stehend, in seinem Plädoyer: ‚Ich habe schon viele große Prozesse erlebt, aber noch in keinem hat mich das Schicksal der Opfer so bedrückt wie in diesem. Mühl hat Terror ausgeübt. Was ein KZ ist, wissen wir aus der Geschichte. Was die Mädchen am Friedrichshof mitmachen war genau so schrecklich. Otto Mühl hat mit Menschen experimentiert, er hat sie manipuliert. Er war als Künstler so sensibel, daß er zu wissen glaubte, wenn ein Mädchen ‚nein’ sagte es tatsächlich ‚ja’ meinen müsse. Die Jugendlichen waren nicht freiwillig dort, er hatte ihnen die Eltern genommen und damit die Möglichkeit, die Kommune zu verlassen. Sie hatten keine Chance’”.

Nachdem Mühl wegen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger, Vergewaltigung, erzwungener Abtreibung und Kindesmißhandlung zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, ist er mit zwei, von Kulturstadträtin Ursula Pasterk hochsubventionierten Gedenkausstellungen geehrt worden. Diese Tatsache ist leider nur von der revisionistischen Seite angeprangert worden. Heute haben die Revisionisten blendende Karten. Ist es nicht endlich Zeit, den Tatsachen ins Auge zu sehen?

Unter jenen Kollegen, die für ihn sprachen, sind Christian Ludwig Attersee, Kurt Kalb, Oswald Oberhuber, Arnulf Rainer und Hermann Nitsch, der ihn mit Egon Schiele verglich.

Auch Grün-Politiker Peter Pilz verwendete diesen Vergleich: „Und was ist dann mit Egon Schiele? Der ist neunmal im Gefängnis gesessen.”

(Nach Museum Online Österreich: „Schiele wurde erstens wegen Entführung und Schändigung einer Minderjährigen sowie zweitens wegen der Tatsache, daß Kinder bei ihm erotische Zeichnungen sehen konnten, angeklagt. Der erste Anklagepunkt wurde fallengelassen (wahrscheinlich zogen die Eltern des Mädchens die Anzeige zurück), somit fiel die Strafe geringer aus. Schiele verbrachte insgesamt 24 Tage im Gefängnis. Der Richter verbrannte eine erotische Zeichnung während der Gerichtsverhandlung. Noch eine kurze Bemerkung: Der Richter war Sammler erotischer Zeichnungen.” )

Peter Noever verglich Otto Mühl mit Cellini und Carvaggio, als Bespiele für Künstler, die Gewaltakte übten.

Cellini tötete den Mörder seines Bruders in einem Duell. Carvaggio tötete einen Mann im Streit anläßlich eines Tennisspieles. Diese Taten waren nicht „Ausdrücke ihrer Kunst”, sondern Totschläge begangen von Hitzköpfen.

Mühls Befürworter und Apologeten bezeichneten die Kommune als „gescheitertes Experiment”.

Nach Heinz Sichrovsky von News: „Mühl aber versuchte in seiner Kommune als einziger Künstler die Verwirklichung politischer Utopien von der Freiheit der Sexualität und des Eigentums. Er scheiterte grotesk und ging für sieben Jahre ins Gefängnis.”

Aber Otto Mühls Schicksal ist untypisch. Sich in Kot zu wälzen, heißt meistens, sich ohne Probleme in Geld zu wälzen.

Nachdem Otto Mühl 1998 aus dem Gefängnis entlassen worden war, hat man sein „Dramolette” am 12. Februar 1998 im Burgtheater aufgeführt mit Hilfe von Peter Turrini, Christian Ludwig Attersee und Einar Schleef. Am 18. Februar ist eine Ausstellung seiner Gefängnismalerei im Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien eröffnet worden.

Claus Peymann erklärte vehement, daß er berechtigt war, das Burgtheater für Mühl zur Verfügung zu stellen, weil „Mühl seine Strafe abgesessen hat”. Sein Stück Muchl ist unter anderem eine Travestie der Justiz, die Mühl wegen Mißbrauchs und Vergewaltigung Minderjähriger verurteilt hat.

Mühls „Reue” für seine Taten: „Ich habe keine Schuldgefühle für das, was ich getan habe.”

Und drei Jahre später: „Ich habe in der Kommune schon Fehler gemacht, aber in der Sexualität sicher nicht.”

Und Mühl weiter: „Ich hab keine Feinde. Wer mich nicht liebt, ist ein Psychopath.”

Claus und Klaus: Klaus Bachler: „Das Programm der Spielzeit 2005/2006 ist ein besonderer Haltepunkt am Weg einer konseqenten (sic!) Entwicklung.”

Am 19. November 2005 ist Hermann Nitsch „in den Tempel der Sprache” (Klaus Bachler) eingeladen.

Otto Mühl Ausstellung im MAK , 3 März 2004: „Otto Mühl. Leben/Kunst/Werk-Aktion/Utopie/Malerei 1960 -2004″ (Originaltitel: Das Leben, ein Kunstwerk) 3.3-31.5.2004.

MAK-Kuratorium: Andreas Treichl, Vorsitzender (Bank Austria, Direktor)
Rudolf Scholten, Stellvertretender Vorsitzender (Kontrollbankdirektor)

„Otto Mühl ist einer der bedeutesten Künstler der Nachkriegszeit. Es geht nur um das künstlerische Werk von Otto Mühl … Die Ausstellung ist notwendig, um zu erfahren wer Otto Mühl ist. Die Dinge sind nicht zu trennen.”

- Peter Noever, Direktor, MAK

Jene, die Mühls Arbeiten fördern, verbreiten den Geist von Mühl. Diese zwei Elemente sind tatsächlich untrennbar.

Profil: „Der frühere Kulturminister Rudolf Scholten über die Aufregung rund um die große Otto-Muehl-Ausstellung in Wien: ,…die Moralattackierer, die letztlich ein wenig peinlich wirken, wenn sie seit Jahrzehnten mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen.’”
- Rudolf Scholten

Vergleiche werden gemacht. „In Österreich wird aus der Verhetzbarkeit des Mobs gegen Kunst systematisch Kapital geschlagen … Teheran ist überall. Wo wir es zulassen.”
- Heinz Sichrovsky

Scholten nochmals: „…daß wir nicht in London oder New York leben, wo die Performance ausschlagend sei….daß in Österreich letztlich die Politik entscheide.”

(Und wenn Du Dich gegen diese Politik stellst, Gott sei Dir gnädig!)

„Mühl hat nie, niemals in der Kommune mit Kleinkindern Sex gehabt. Und wenn Otto Mühl mit 13 bis 14 Jährigem geschlafen hat, wie man sagt, das ist mit einer Idee ausgegangen, und nicht eine perverse Idee. Wir haben gedacht mit 13 ist man sehr reif.”
- Danielle Rousselle, Otto Mühl Archiv, Paris

Mühl in Die Zeit: „Ich bin kein Kinderschänder. Das ist doch Blödsinn. Das waren alles entwickelte Mädchen.”
Die Zeit: „Die waren 13, 14 Jahre alt.”
Mühl: „Ja und?…Eine habe ich ja angeblich sogar vergewaltigt. Das war aber nicht der Fall. Mir tut es leid, daß sie alle so zerstört worden sind. Sie sind mehr Opfer der Auflösung der Kommune als Opfer der freien Sexualität.

Der Spiegel: „Anläßlich der Mühl-Schau im MAK, in der sie den Versuch einer Rehabilitierung des Künstlers sehen, melden sich nun zwei junge Frauen zu Wort, die neue Vorwürfe erheben: Mühl habe nicht nur, wie bislang bekannt war, Teenager mißbraucht, sondern auch Kinder in jüngerem Alter. In eidesstattlichen Erklärungen schildern die beiden Opfer, wie Mühl sie als kleine Kinder zu sexuellen Handlungen gezwungen habe. Einer der Frauen, heute 29, sagt etwa aus, sie habe als Fünfjährige, umringt von der Führungsmannschaft der Kommune, Mühl sexuell befriedigen müssen. Die beiden nun gegen Mühl auftretenden Frauen sagen, sie seien zur Zeit der Gerichtsverhandlung gegen Mühl von ExKommunarden gezwungen worden, nicht über die Geschehnisse zu reden.”

Pressekonferenz Ex-Kommunarden, Café Landtmann, Wien 1. März 2004: „Otto Mühl hat nach neustem Wissensstand bereits in den 70er Jahren begonnen, Kleinkinder ab dem 4. - 5. Lebensjahr über viele Jahre hinweg regelmäßig sexuell zu mißbrauchen. Dieser, Mißbrauch fand sogar teilweise im Beisein seiner kleinen Führungsgruppe statt und wurde im Prozeß 1991 nicht thematisiert. … In einem Gespräch vor 5 Monaten erwähnte Frau (Claudia) Mühl uns gegenüber, daß sie auch heute‚ generationenübergreifenden Zärtlichkeitsaustausch’ praktizieren.

Otmar Bauer, der Mitbegründer der ersten Mühl-Kommune war, erklärte anläßlich der Präsentation seines Buches 1968 am 5. März 2004, daß die Kinder der neuen Kommune in Algarve, Portugal sexuell mißbraucht werden.

Laut eine anderen Quelle werden Kinder schon in Säuglingsalter mißhandelt. Kleinkinder werden nicht nur geschlagen, sie müssen einander schlagen.

Florence Burnier, ehemaliges Mühl Kommune Mitglied: „Betr.: Mißbrauch von Kindern in Europa … Nach der Entlassung aus dem Gefängnis „versteckte” sich Herr Mühl, begleitet von seinen treuen Anhängern, in Portugal (Algarve). Er lebt dort, völlig in Ruhe gelassen, mit ungefähr 30 Kindern - und das zuvor betriebene „Programm” der Mühl Sekte wird dort nach wie vor weitergeführt … Auch noch in Österreich lebende Kinder heutiger Sektenmitglieder werden zur ‚Fortbildung’ regelmäßig zu Herrn Mühl geschickt.”

Ja, Kinder werden auf dem Altar der Kunst geopfert. So läuft es eben.

Georg Hoffmann Ostenhof schrieb im Profil: „Einige hohe Herren haben sich - so hört man - auf Besuch bei Mühl von den wilden Weibern befriedigen lassen.”

Nach Manfred Seeh in Die Presse: „1988 und 1989 sind an ausziehende Personen und jugendliche Mädchen stattliche 17,8 Millionen Schilling für günstigere Aussagen in den bevorstehenden Prozessen aus der Kommunenkasse bezahlt worden.”

Bevor der Kunstkritiker Otto Breicha verstarb 2003, gab er zu, daß es in Künstlerkreisen Pädophilie ausgeübt wird, und fügte hinzu, daß Informationen weiterzugeben, könnte sehr gefährlich sein können.

In meine Satire über den Aktionismus, Da-Da Ga-Ga Ka-Ka steht: „Er beschmierte eine Zeitlang Aktmodelle mit Nahrungsmitteln. Aber vor kurzem hat er seinen Stil geändert. Die symbolische Entladung hat den echten Platz gemacht Sein Freund war ebenfalls ein Happening-Mann. Das Schlachten von Lämmern war seine Kunst … Dies war der Tanz um das goldene Kalb. Nein, es war der Tanz um den goldenen Esel. Ich hörte ein Schnauben und sah einen riesigen, gehörnten Kopf. Es war der Minotaurus. Sein zottiger Tierkörper galoppierte durch die Menge … Es war eine Nacht, in der ich Mord, Selbstmord und Vergewaltigung erwartet hatte. All dies geschah jetzt vor meinen Augen. Ich konnte nichts mehr unterscheiden. Das Ganze war ein einziger Körper. Ein Körper, der mordete, sich umbrachte und vergewaltigte.”

Hätten die Kulturmächtigen sich mit diesem Text auseinandergesetzt, anstatt mich als Autor auszuschalten, hätte man den Mitgliedern der Kommune, besonders den Kindern, viel Leid erspart.

In der Zeitschrift Menschenrecht, Sept. 1992, schrieb ich: „Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung: Einkerkerung bedeutet nicht notwendigerweise das Ende einer Künstlerkarriere. Otto Mühl wird von den Kulturmächtigen weiter unterstützt und hoch subventioniert. Die Tatsache, auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden zu haben, kann als Carte Blanche für die Zukunft dienen.”

Anfang Juni 1998 hat Martin Humer, der sogenannte „Porno-Jäger”, ein Gemälde von Otto Mühl, das im Rahmen der Ausstellung „Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit” in der Wiener Secession ausgestellt worden war, mit roter Farbe überschüttet. Im Mühl-Bild werden Mühl, Kardinal Hans Hermann Groër, Mutter Teresa und Bischof Kurt Krenn, ein Humer-Freund und Groër-Beschützer, pornographisch in Comic-Strip-Art dargestellt. Nur die Sprechblasen fehlen. Humer versucht ständig, das Dritte Reich zu verharmlosen und zu verniedlichen. Also, zwei „Entsteller” haben sich gefunden. Humer hat Mühl, nicht nur finanziell, mit seiner „Aktion” geholfen

Mühl ist fleißig und leistet gute Fließband-Arbeit, die von Museumsdirektoren, so scheint es, gern verschlungen wird. In der Kunst geht jetzt die „Marie” über alles.

Es ist eine Tatsache, daß Mühls Bilder nach seiner Verurteilung wegen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger im Wert weiter gestiegen sind.

Kunsthändler und Käufer sollen sich nicht fürchten. Wenn ein Kunsthersteller die extremste Tat als Kunstwerk begehen würde, würde die Preise seiner Produkte nicht sinken, sondern himmelwärts fliegen.

Peter Weibel ist der Hauptideologe der österreichischen Kunstszene und ein brillanter Stratege. 1968 habe ich ein Gespräch mit ihm gehabt. Damals erklärte er: „Kunst kann man nicht mehr machen.” Er bezeichnete Andy Warhol als Mentor, und Warhols Arbeiten als der Weg der Zukunft. Ein Aufsatz von Peter Weibel heißt “Von der Möglichkeit einer nicht-affirmativen Kunst.”

Weibel, die Wiener Gruppe und die Wiener Aktionisten teilten das selbe Konzept, nämlich die Methode ihres Mentors mit Gewalt zu ergänzen. Weibel ist bestätigt worden. Er und seine Kollegen haben internationale Anerkennung errungen und nicht nur die Kunstwelt beeinflußt und erobert, sondern die Welt an sich mitbeeinflußt. Kunst und humanistische Ideale sind durch Nicht-Kunst und Grausamkeit gegen Mensch und Tier ersetzt worden.

Weibel hat sein ganzes Leben gearbeitet, um sein Ziel zu erreichen, die Kunst von der Ästhetik und vom Humanismus zu reinigen.

Die Kunst wird von der Kunst gesäubert. Die Literatur wird von der Literatur gesäubert. Die Kultur wird von der Kultur gesäubert.

Otto Mühl: „Ich bin die Apokalypse, gehe in Richtung Michelangelo.”

Recht hat er gehabt! Ich zitiere die Schlagzeilen vom Standard am 5. Dezember 2001: „Der Körper, die Aktion, der Faschismus. Im Louvre fand anläßlich der Schau ‚Malerei als Verbrechen’ ein französisch-österreichischer Gedankenaustausch zum Alltagsfaschismus und zum Widerstandspotential der Kunst statt. Otto Mühl hochstselbst trat als Gaststar auf, um vorprogrammiertes Lob zu ernten.”

Und Geld kann man dabei machen! In der Kunst geht jetzt die „Marie” über alles. So wie es läuft, haben die bankrottesten Künstler die dicksten Bankkonten.

Minimalismus ist allumfassend. Das Ziel ist ein perfektes Null zu schaffen. Und es gibt viele, die das Ziel vollkommen, und doch unvergleichbar erreicht haben.

Und natürlich muß die „Wahrheit” dem Ziel dienen.

Ich zitiere Profil: „So wird Nitsch, der in seinem Leben nie ein Tier abgeschlachtet hat, permanent als Schlächter tituliert.”

Nitsch: „Sie schlachten das falsche Schwein und kämpfen gegen den falschen Gegner, weil ich nichts mache was einem Tier nur ein Haar krümmt.” Und „Mühl ist spezialisiert auf Minderjährige und Sex. und ich bin spezialisiert auf qualvolles Martern von Viechern.”

Nach Zeitungsberichten haben Nitsch und Mühl eigenhändig Tiere getötet. Aus der Wiener Arbeiter-Zeitung: „Bei einer schwarzen Messe schlachteten die Wiener Aktionisten Günter Brus, 36, seine Frau Anni, 31, Hermann Nitsch, 36, und Karl Heinz Cibulka in Neapel ein Osterlamm, kreuzigten das Tier und besudelten sich mit dessen Blut.”

Peter Weibel im Standard: „Dabei trat Nitsch mit einem Meßgewand bekleidet auf. (Hanel) Koeck wurde unter anderem ans Kreuz gefesselt, und es wurde ihr ein künstliches Glied in ihr Geschlecht eingeführt. Dasselbe wird später von Koeck in den Mund von Nitsch gesteckt. Ein aufgeklafftes Schaf, blutige Gedärme eines Hasen und eines Rindes werden mit dem Körper der Frau in Analogie gebracht. Schließlich begattete Nitsch Koeck mit dem künstlichen Glied.”

Der Meister selbst: „Was hat der Rudi (Schwarzkogler) für einen herrlichen Schwanz. Warum hat er mir nicht seine Leiche vermacht? Dabei hat er ihm Monsignore Mauer eingebrockt, der den Bruder Rudi begraben hat.” Rudolf Schwarzkogler verübte Selbstmord als die endgültige „Aktion”. Es wird behauptet, daß Schwarzkogler seinen Penis abgeschnitten hat, bevor er sich aus einem Fenster stürzte.

Otto Mauer präsentierte eine Gedenkausstellung für Schwarzkogler in der Galerie St. Stephan. Das Plakat zeigte Schwarzkogler mit nacktem Oberkörper, eine blutige weiße Binde über den Augen. Auch der Tod wird hier als ein Showbusiness-Ereignis präsentiert.

Nitsch-Kumpel Christian Ludwig Attersee über ein Nitsch-Fest in Prinzendorf: „Eine Mischung aus Zigeunerbaron und Auschwitz.”

In der „Partitur” zum 6-Tage Spiel und Die Eroberung von Jerusalem wird beschrieben, wie Frauen- und Kinderleichen zerfleischt und geschändet werden.

Nitsch zu Peter Huemer: „Ich wollte ein Lesedrama schreiben, das man wohl aufführen kann … Ich bereue kein Wort, was ich in diesem Drama geschrieben habe … Es gibt eine Idealpartitur, und dieser Idealpartitur möchte ich näher kommen, und das ist der erste Versuch, der Idealpartitur des 6-Tage Spiels näher zu kommen.”

Hier ein Zitat aus der Partitur: „Ein 7-jähriger Knabe wird wie gekreuzigt an die Wand genagelt. Sein Kopf wird mit quadratischen Steinen zerschlagen und zerschmettert, blutiges Gehirn tritt aus. Das blutige Hirn wird mit lauem Zuckerwasser gewaschen und gespült.”

Mehr aus der Partitur: „…leichen von zweijährigen, einjährigen und neugeborenen kindern werden in den raum gebracht, die haare werden von den köpfen der kinderleichen gerissen, die lippen und die geschlechtsteile der toten kinder werden zerfleischt. Die brustkörbe der kleinen leichen werden geöffnet, die blutig-feuchten gedärme werden herausgerissen, fleischstücke werden von den toten kindern gerisssen. hände und füße werden aus ihren gelenken gerissen. Leichenteile der toten kinder werden im raum herumgeworfen….”

Aufklärung: „Zu den Kinderleichen bemerkt Nitsch, daß keinesfalls beabsichtigt wird, Kinder zu töten. Es soll ausschließlich mit schon verstorbenem Material gearbeitet werden.”

Hier ist Hermann Nitschs Konzept während er Otto Mauers Unterstützung genossen hat
(aus Kerstin Braun: Der Wiener Aktionismus): „Nitsch beschreibt diese Ich Auflösung im Material bereits um 1959 in seinem ‚Brunstspiel’, wo er die Verwendung elementarer Stoffe wie Blut und rohes Fleisch, das Zerreißen von toten Tieren und Eingeweiden auf literarische Weise als konsequente Fortsetzung tachistischer Intentionen thematisiert….Dabei will er unter Mißachtung aller Verhaltensnormen und jeder rationalen Kontrolle ständig „hineinhacken in die Fleischleiber geschlachteter Tiere, will aufschneiden, ausweiden” will sich in Blutschleim und Eingeweiden wälzen, sich mit Sekreten, Urin und Exkrementen überschütten, sich in organischen Substanzen und Stoffen auflösen.

Bischof Egon Kapellari: „Msrg. Otto Mauer, der unvergessene Förderer seinerzeitiger Gegenwartskunst…”

Bischof Egon Kapellari: „Mit Herrn Nitsch habe ich im vergangenen Jahr in der Akademie der Bildenden Künste in Wien öffentlich diskutiert. Dabei habe ich auf seinen unerträglichen Umgang mit der Gestalt Jesu Christi im Libretto ‚Die Eroberung von Jerusalem’ hingewiesen.”

Auszüge aus Die Eroberung von Jerusalem: „hat christus eine kuh getötet, legt er sich auf das am rücken liegende abgehäutete noch zuckende tier, schleckt das geschlechtsteil der kuh und steckt seine zunge tief hinein (…) hat christus einen stier getötet, legt er sich auf das am rücken liegende abgehäutete noch zuckende tier, saugt am geschlechtsteil des stieres, saugt urin heraus (…) und beißt in das geschlechtsteil des stieres (…) christus liegt auf dem warmen bauch des eben geschlachteten stieres und saugt das blut von jener stelle, wo er die hoden abgetrennt hat (…) wenn Christus ausrutscht, springt nr. 38 auf ihn, steckt seinen erigierten penis in die afteröffnung von Christus und begattet ihn.”

„die nackte leiche eines neunjährigen mädchens wird auf eine kirchenbank gelegt; das geschlechtsteil des mädchens wird aufgeklafft; mit einer silbersonde wird mehrmals tief hineingestochen; das geschlechtsteil wird mit einem skalpell zerfleischt; zuckerwasser wird auf die blutige wunde geschüttet; nummer 0 saugt und schleckt das gezuckerte blut von dem zerfleischten geschlechtsteil.”

Es ist nicht logisch Dr. Frankenstein zu ehren, während man das Frankensteinmonster mißbilligt.

Apropos „Eroberung” Drei Priester haben das Nitsch Museum in Mistelbach gesegnet.

„Wer keine Kenntnis von der Bedeutung des Rituals und der Körperlichkeit in der Kunst hat und auch nicht den Willen, etwas davon verstehen zu wollen, für den ist auch die Verwendung religiöser Gegenstände nicht mehr als Sudelei und die willentliche Verletzung religiöser Gefühle.”
Dr. Rudolf Scholten, Kunstminister a.D.

Nitsch: „Ich will meiner Arbeit kein humanes Korsette mehr anlegen.”

Helmut Butterweck bezüglich Nitsch & Co.: „Was du machst würde ich nicht machen. Die moderne Kunst ist ein Teil der antifaschistischen Bewegung.”

(Als Dada Kaka Gaga: Duck Dich! Die Zukunft überrollt uns 1972 veröffentlicht worden ist, hat Butterweck behauptet, daß ich gerade literarischen Selbstmord begangen habe. Er hatte recht. Und seitdem hat sich nichts geändert.)

Bei solchen Mitstreitern ist der Antifaschismus sehr armselig geworden. Ich zitiere aus meinem Gedicht: Ein Antifaschist: „Wer braucht denn / bei solchen Antifaschisten / noch Faschisten?”

Faschismus ist eine anti-humanistische Bewegung. Wahrer Anti-Faschismus besteht aus humanistischen Prinzipien und nicht aus menschenverachtendem Geist.

Nitsch: „Die Berauschung durch Blut und das Auseinanderreißen von rohem Fleisch soll befriedigend sein …. Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.” „Wenn es möglich wäre, würde ich durchaus lieber mit Menschen arbeiten, mit toten Menschen, nämlich mit Leichen.” „Ich könnte mir vorstellen, daß ein Mord Bestandteil eines Kunstwerks ist, daß aber jetzt eine andere Verantwortungsebene an den Mörder herantritt …. Also: Kunst kann auch ein Verbrechen sein, sagen wir es so.”

Mal so, mal so. Nitsch: „Ich würde keine Tiere umbringen als Kunstwerk. Aber ich sage nicht, daß es kein Kunst ist.”

Nach einer verläßlichen Quelle ist die Absicht erklärt worden, als Aktion die Haut von toten Kindern abzuschälen. (Erinnerungen an Lampenschirme sind unvermeidlich.)

Am 30. Juli 1998 wurde ein Fernsehinterview mit Hermann Nitsch ausgestrahlt. Ich zitiere aus einem Leserbrief von Lore Jarosch in der Kronenzeitung, 4. August 1998, Hans Dichands Biographin: „Lieber Herr Bundeskanzler! Würde ihre Tochter nackt als elfjähriges Mädchen auf einer Bühne stehen, ihr Schädel kahlgeschoren und unter der Anleitung des Herrn Nitsch in ihren Geschlechtsteilen herumgebohrt werden, möchte sie wissen, ob Sie dann noch von ‚Freiheit der Kunst’ sprechen.”

(Ich möchte hier hinzufügen, daß ich gegen die rechtslastige Blattlinie der Kronen-Zeitung ausreichend polemisieret habe.)

Im Interview ist erzählt worden, daß dieses Mädchen bei einer Privataktion, mit einem Holzpenis penetriert werden sollte. Dies würde mit Erlaubnis ihrer Eltern geschehen, und daß sie schon an solchen Ereignissen teilgenommen hat.

Ja, Kinder werden auf dem Altar der Kunst geopfert. So läuft es eben.

Günther Brus: „Hermann Nitsch erklärte in einem deutschen Fernsehkanal, daß wir alle Dreck am Stecken haben, aber den Mühl haben sie erwischt, und jetzt muß er für uns büßen.”

Brus, der mit dem Großen Österreichischen Staatspreis 1997 ausgezeichnet wurde, zeichnete unter anderem eine von Drähten durchbohrte Frau und ein lächelndes Kind, das von einem Pferd bestiegen und penetriert wird. Letzteres ist in einem Dorotheum Katalog, 1991, abgebildet.

Brus: „Ich habe nichts gegen Pornographie, solange es keine Kinder oder Gewaltpornographie ist. ”

In einem Kurier-Interview mit Karin Kathrein 1993 sagte der zukünftige Preisträger: „Ich habe nie Kot gefressen!” In Wien, eine Dokumentation und Glorifizierung des Aktionismus, herausgegeben von Peter Weibel und Valie Export, ist Brus bei so einer Mahlzeit abgebildet. (Ja, unsere Kultur-Kult-Stars nehmen es nicht sehr genau mit der Wahrheit.) Dieses Buch ist ein wahrer Schatz. Darin kann man unsere Kulturelite in flagranti mit Blut und Kot bewundern.

Bei einer Ausstellung der Wiener Gruppe im Museumsquartier 1998 wurden mißgebildete Säuglinge in Photokollagen von Gerhard Rühm verulkt. Eine Kollage, zeigt ein Photo eines weiblichen Säugling mit gespreizten Beinen, daneben eine Zeichnung die einen irregierten Penis darstellt.

„Sei es das Sechstagespiel von Nitsch, sei es der Biennale-Katalog mit einem Werk der Wienergruppe, das als Kinderpornographie verunglimpft wurde…” Peter Wittmann, Staatssekretär für Kultur.

Wittmann weiter:„Wir garantieren Nitsch den Schutz des Staates für die freie Berufsausübung.”

„Die Ehremedaille an Hermann Nitsch sei ein Signal, daß die Stadt zu dem steht, was du tust”. Andreas Mailath-Pokorny, Stadtrat für Kultur.

„Der Wiener Aktionskünstler Hermann Nitsch erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2005. Wie Staatssekretär Morak am 5. Oktober der Öffentlichkeit miteilte, sei Nitsch ‚eine zentrale Figur österreichischen zeitgenössischen Kunstschaffens, der in seinem Werk grundlegende Fragen des Menschseins thematisiert’”.

„Nitsch ist ein interessanter, ein faszinierender Mensch. Ich könnte mit ihm stundenlang reden … Ich schätze seinen Geist und seinen Scharfblick.” Weihbischof Kurt Krenn.

„Nitsch macht eine Entwicklung mit, wo er jetzt wieder die Normalität des Umgangs pflegt. Seine antireligiösen Effekte, sein Aktionismus haben mich gestört. Das, was er künstlerisch schafft, finde ich großartig.”
Dr. Jörg Haider.

„Ich habe Nitsch schon geschätzt, als das für einen Politiker noch keine Selbstverständlichkeit war … Jetzt hat er in der Oper inszeniert. Offenbar ändert sich alles, wenn man in einem etablierten Haus arbeitet.” Alt-Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky.

„Die Nitsch-Debatte ist seit langem abgehakt, wie auch die Thomas-Bernhard-Debatte, die Valie-Export-Debatte, die Turrini-Debatte, hoffentlich auch die Peymann-Debatte. Der Wiener Aktionismus ist keine Kulturkampfstätte mehr, der ist längst kanonisiert und hängt im Museum. Heute am Aktionismus Anstoß nehmen zu wollen, disqualifiziert nur den Anstoßnehmer.” Sigrid Löffler, Star-Kritikerin.

(Hier ein weiteres Beispiel von Kompetenz. Ich zitiere aus einem Werbetext für die Brockhaus Enzyklopädie: “Wer viel weiß, will noch mehr wissen.” Und aus der Kronen-Zeitung „Ich habe nichts studiert. Ich habe einen Universitätshörsaal zum erstenmal in meinem Leben gesehen, als ich als Professor eine Lesung zu halten hatte.” Marcel Reich Ranicki, Star-Kritiker )

„Man hat Hermann Nitsch gelernt. Man hat begonnen, ihn zu verstehen … man denkt tiefer. Nur die Ewig-Gestrigen verstehen ihn nicht.” Alfred Worm, Chefredakteur von News.

Bin ich ein „Ewig-Gestriger?” Ich verstehe Nitsch, und deswegen lehne ich ihn ab.

In einer totalitären Gesellschaft steht die Kunst außerhalb der Kritik. Konformismus in der Kunst heißt, das Spiel ist aus.

Die Nationalsozialisten erniedrigten, quälten, folterten und ermordeten Menschen. Die Aktionisten erniedrigen und mißhandeln sich selbst und andere. Sie töten Tiere als Ersatz. Die Nazis schändeten religiöse Kultobjekte, und die Aktionisten folgen ihrem Beispiel. Das Kreuz hat den Davidstern ersetzt. Und nun hat Hermann Nitsch deklariert, daß er in seinen Aktionen Tiere durch Menschenleichen ersetzen will. Es hat den Anschein, als habe sich der Kreis geschlossen.

Oswald Wiener: „Es war mir zum Beispiel auch nicht ganz einfach, meinen Urin zu trinken oder meine Scheiße zu löffeln … Lange vor dem Aktionismus haben Rühm und der Bayer geschrieben: Scheißen und Brunzen sind Kunsten.” (sic!)

Blut- und Kot-Kunst ist mit Blut- und Boden-Kunst geistig verwandt und ist aus der selben Quelle entstanden. Der Nationalsozialismus hat den Aktionismus und dessen Akzeptanz ermöglicht.

Ein Mann, der später zu einem mächtigen Kulturfunktionär avancierte, zeigte seine Verachtung für die Menschheit während des Vietnamkrieges: Er masturbierte gemeinsam mit seinen Kumpeln bei einer Photoausstellung verwundeter vietnamesischer Kinder in Graz. Diese Taten werden immer interpretiert, aber für mich ist keine Interpretation notwendig.

Eine Beschreibung von Peter Weibel, einem Beteiligten an der Uni-Aktion vom 7. Juni 1968: „Der Brus hat schon angefangen, sich auszuziehen und nackt auf das Podium zu stellen, und während des Verrichtens der Notdurft und während des Onanierens hat er die Bundeshymne gesungen … dann ist ein vermummter, uns bekannter, aber nach außen anonymer echter Masochist aufgetreten, den der (Otto) Mühl im Bademantel (blutig) ausgepeitscht hat.”

Weibel analysiert: „Wir wollten über das KZ Leben so eine Art Comic Strip machen.”

Es folgen „Vergleiche”:

„Es war eine unvorstellbare Hexenjagd (nach der Uni-Aktion von ‘68), man muß sich vorstellen, in einer Demokratie. Man muß sich vorstellen, wie das damals war, wenn man Jude war im faschistischen System, wenn schon die Leut’ in einer Demokratie sozusagen auf Distanz rücken und einem nicht mehr die Hände schütteln.” Kulturkommissar Peter Weibel.

„Ich komme mir vor wie ein Jude. Geistiger Jude.”
Otto Mühl.

„Mit uns, mit der FPÖ, macht man das, was man früher mit den Juden gemacht hat. Wir sind die Palästinenser Österreichs.”
Dr. Jörg Haider.

„Was sich hier in Österreich ereignet, ist ein sprachliches Rostock, das Pogromstimmung vorbereitet.”
Dr. Rudolf Scholten, betreffend Hermann Nitsch.

Im Frühjahr 1995 lief eine offizielle österreichische Ausstellung in 565 Fifth Avenue in New York zur Ehrung prominenter Vertriebener aus der Nazizeit. Der Organisator der Ausstellung ist Peter Weibel, der auch Mitherausgeber des Buches Vertreibung der Vernunft/The Cultural Exodus from Austria ist. Weibel ist auch Mitherausgeber des schon erwähnten Wien-Buches. Ein Höhepunkt dieses Werkes sind Photos der Mitherausgeberin Valie Export bei der Fellatio mit Weibel. Der Herausgeber wortwörtlich: „Als Valie Export meinen Schwanz lutschte könnte man es sehen.” Ebenso ist eine „Aktion” in Köln dokumentiert, veranstaltet von Weibel und Export, wo die Aktionisten sich und das Publikum mit Ochsenschwanzpeitschen schlagen. Schließlich sind Stacheldrahtballen, Bierflaschen und Äther ins Publikum geworfen worden. Im Wien-Buch findet man auch Photos von ermordeten Kindern, verstreut zwischen Photos von Gedärme-Aktionen von Hermann Nitsch. Ja, auch Kindesmord ist ein Teil des Show Business. Nitsch: „Das Töten war und ist außerhalb des ethischen Urteils.”

Günter und Anni Brus scheinen eine andere Meinung zu vertreten: „Die Kunst ist frei oder sollte frei sein. Der Künstler aber hat als Mensch die gleiche moralische und soziale Verpflichtung und ist mit gleichen Maßstäben zu messen wie jeder andere Mensch.”

Ein Schlüsselsatz von Weibel: „Entweder uns geht’s gut oder die Welt geht in die Luft.”

Weibel über sein Aufsatz Für Menschen verboten: „Und politisch, ja es war teilweise ein Lob auf Verbrechen, auf Amoklauf und Attentat, daß diese Leute die eigentlichen Helden der Freiheit sind, ja, und daß sich im Amoklauf und im Mord und Attentat der eigentliche Mensch erst verwirklicht … und ich wäre froh, wenn ich schon die Kraft hätte so etwas zusammenzubringen wie die Attentäter und Amokläufer, das sind einzigartige menschliche Leistungen für mich.

Politische Probleme sind ganz einfach zu lösen. Gerhard Roth: „Wenn die Demokratie in Gefahr ist, ist Nachdenken über ein Attentat immer aktuell”. Roth zu Peter Huemer: “Hitler ist aus einem demokratischen Staat gewachsen, wurde auch gewählt … Müssen wir darauf warten, wenn es so eine Entwicklung gibt, bis die totalitäre Situation eingetreten ist, mit dem Schießen?”

(Niederländischer Rechtspopulist Pim Fortuyn erfuhr diese „Lösung” im März 2002. Und Niederländischer Filmemacher Theo van Gogh erfuhr die „Lösung” im November 2004.)

Claus Peymann: „…zu gewöhnlichen Mördern, die töten, nachdem sie eine Frau vergewaltigt haben oder die töten, um sich zu bereichern. Diese Terroristen (Bader-Meinhoff) haben getötet, weil sie glaubten, mit ihren Morden etwas gegen die Ermordung von hunderttausenden von Kindern und Frauen in Vietnam tun zu können, weil sie glaubten, etwas gegen das Elend in der Dritten Welt tun zu müssen. Wie Brecht seine Johanna der Schlachthöfe sagen läßt: „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht…”.

Peter Weibel entblößt sich: „Schwanz ‘raus! Exhibitionisten an die Front … Wir schlagen Staatsbürger zu Menschen zusammen!”

Selbstverständlich erschien ein Artikel von „Staberl”, dem Starkolumnisten der Kronen-Zeitung, ein Blatt, das bekanntlich nicht als liberal gilt, über Weibels Vertriebenen-Ausstellung in New York. Staberl und Seinesgleichen sind die andere Seite der Medaille.

Meines Erachtens wurde die gute Arbeit der Wissenschafter des Vertriebenen-Buches durch die Mitarbeit von „Kulturkommissar” Weibel vermindert und die Vertriebenen kompromittiert anstatt geehrt. Die Erwähnung meines Namens erfolgte ohne mein Wissen.

Die Opfer der Barbarei können nur von Gegnern der Barbarei geehrt werden. Inhumanität kann nur durch moralische Kraft bekämpft werden.

Von Juli bis Oktober 1997 Wien wurde die Ausstellung Masken: Versuch über die Shoah im Jüdischen Museum gezeigt. Die Totenmasken, die kahl und nüchtern ausgestellt sind, sind ein Zeugnis von nazistischer Grausamkeit und Unmenschlichkeit. Die Nazis wollten mit Kopfform und Gesichtszügen die Minderwertigkeit all jener Insassen von Konzentrationslagern beweisen, die sie für diesen Zweck ermordet haben.

Die Masken mit den dazugehörigen Totenschädeln sind von Patricia Steines 1991 auf dem Dachboden des Wiener Naturhistorischen Museums entdeckt, die Totenschädel von der Israelitischen Kultusgemeinde begraben worden.

Um der Ausstellung ein bißchen Buntheit zu verleihen, sind Valie Export, née Waltraud Lehner, und Elfriede Jelinek eingeladen worden, daran teilzunehmen, mitzugestalten und zu kommentieren. Hinter den Masken versteckte Kameras haben die Empörung der Zuschauer aufgenommen, die sich dann im Nebenzimmer betrachten konnten. Sicher ein Export-Einfall.

Gleichzeitig mit Masken: Versuch über die Shoah lief im Literaturhaus Elfriede Jelinek: Echos und Masken, ein Multimedia-Lob-Spektakel, sogar mit einem Monitor am Boden. Die Jelinek-Einladung ist vom Museum mitgeschickt worden. Jelinek hat auch Exports Ausstellung im Museum des Zwanzigsten Jahrhunderts im März 1997 eröffnet.

Nachdem Valie Export eingeladen worden war, im Wettbewerb für das Mahnmal für die Opfer der Schoah am Judenplatz teilzunehmen, hat sie sich mit dem Holocaust auseinandergesetzt. „Nicht im direkten Zusammenhang, bzw. aus einem vorgegebenen Anlaß, wie durch die Einladung zum Wettbewerb passiert ist. Sicher wird sie etwas Interessantes beitragen können, da Gewalt in ihrer Arbeit an erster Stelle liegt. Exports antifaschistisches Denkmal in Allentsteig, Niederösterreich, ist 28. August 1999 enthüllt worden. Aus einem Artikel im Standard, 1994: „Pariser Kunst-Einsichten in den klaffenden Leib: Ich-Bespiegelung und Sadomasochismus: „Gina Pane und Valie Export verletzen sich mit Rasierklingen … Exports poetisch-scharfe Installation Zwangsvorstellungen zählt zu den reflexiven Ausnahmen in Teil zwei, wo die Faszination für Körperöffnungen obsessionell- provokativ in den Mittelpunkt rückt.”

Also, um befreit zu werden, muß die Frau erniedrigt und bestraft werden.

Das Ziel aller brutaler Pornographen ist, Frauen zu erniedrigen.

Das kommt in jedem Porno vor ist die Überschrift für ein Profil-Interview mit Elfriede Jelinek, aus dem ich zitiere:
Profil: „Das grausamste Bild, das Sie erfunden haben, um diesen Haß zu beschreiben, ist eine Selbstverletzung.”
Jelinek: „Das habe ich nicht erfunden.”
Profil: „Die Frau zerschneidet sich mit einer Rasierklinge die Scheide.”
Jelinek: „Das habe ich wirklich getan.” Und eine politische Meinung.
Profil: „Können Sie erläutern, warum Sie Kommunistin geworden sind?”
Jelinek: „Ich glaube, daß der Mensch schlecht ist, das ist mein Evangelium, und ich meine, daß man ihn zügeln muß, weil er sich sonst wie die letzte Ratte verhalten würde.”

Hier ein literarisches Zitat: „Ich entschuldige gar nichts, ich gebe Ihnen den Genickschuß, bleiben Sie bitte einen Augenblick so stehen, damit ich Sie in den Bauch treten kann, wollen Sie einen Augenblick Platz nehmen, Sandy wird Ihnen sofort die Eier eintreten, wenn Judy Ihnen die Kehle durchbeißt, werden Sie noch müder werden, bitte nach Ihnen, Kollege, wollen Sie die Messerstiche in die Nieren, oder in den Bauch … etc.”

Knut Ahnlund, ehemaliger Nobelpreisjuror, über Jelineks Arbeit: „…jammernde und lustlose Gewaltpornographie, geprägt von parasitärem Charakter… sinnlos aggressiv sowie von aufgeblasenem Umfang, der in schreiendem Kontrast zu ausgesprochen dünn gesäten Ideen und Visionen steht Erniedrigung, Demütigung, Schändung, Sadismus und Masochismus sind Hauptthemen ihrer Welt. Sie schließen andere Aspekte des Menschen aus.”

Eine Jelinek-Aufführung, beschrieben im Profil: „Die vielfältigen Folgen des sensationellen Jelinek-Schleef-Events an der Burg … Martin Brambach in der Rolle des Opfers wurde in der Prügelszene (des Sportsstück von Elfriede Jelinek) bei der Premiere so malträtiert, daß er tags darauf nur mit Krücken spielen konnte.”

Die Medien berichteten 1973, daß die eingelegten Vögel, die in der Valie Export-Ausstellung, eingeleitet von Jelinek, im Museum des Zwanzigsten Jahrhunderts im März 1997 nochmals ausgestellt waren, im lebendigen Zustand mit kochendem Wachs übergossen worden waren.

Export behauptet in letzter Zeit, daß die Vögel schon tot waren. Kunstkritiker Kristian Sotriffer „bestätigt” dies: „Die Vögel würden natürlich nicht in lebendigen Zustand ‚verarbeitet’. Die von dem Boulevard Presse verbreiteten Nachrichten waren von derselben Qualität wie jene, nach dem Christian Ludwig Attersee einen Dackel aufblasen würde. Das war Fiktion und diente dem Bürgerschreck.”

Export ist 1977 wegen Tierquälerei verurteilt worden. Nach Gerichtsakten: „Valie Export hatte 1975 in der Linzer Galerie für eine Ausstellung einen Wellensittich mit einer Schnur an eine Vogelstange angebunden. Ein weiterer Vorwurf der Anklage, sie hatte für einen Videofilm lebende Vögel mit kochendem Wachs übergossen, wird wegen Verjährung fallengelassen”. Insider behaupten, daß die Vögel zuerst betäubt worden sind. (Sonst hätte der Flügelschlag den Prozeß gestört.) Am 17. März 1997 wurde im Treffpunkt Kultur im ORF eine Sendung über Export ausgestrahlt. In einem ihrer Filme ist die Enthauptung einer Schildkröte, einer Maus und eines Papageis von Export mit blutigem Küchenmesser begonnen, aber durch Zwischenschnitt-Technik nicht gezeigt worden.

Valie Export persönlich: „Auf einem podest wird ein vogel mit dünnen schnüren befestigt. ich knie vor dem vogel auf dem podest und übergieße ihn mit flüssigem, heißem wachs, dann übergieße ich meine füße und meine linke hand mit wachs, die rechte hand wird durch das umstoßen des wachsbehälters mit dem kopf über-gossen (sic!). ich befreie mich dann durch ausschneiden der hände mit einem messer, welches ich mit dem mund vom podest aufgehoben habe und zum ausschneiden, vom mund gehalten, benütze. rund um das podest ist ein kreis von nägeln gezogen. auf der zivilisatorischen hochebene des podestes spielt sich das drama des menschen als bildner ab.”

Hier ein Auszug aus News, 30 August 2007: „Ja, wir wollten töten!” Drei Stierer planten den Mord an eine Frau: Grausame „Spiele!” Sie zündeten wehrlose Tierkinder an. Weil sie Todesschrei hören wollten, zündeten sie Vogelbabys an. Wohl erinnert sich der 19-Jährige (Karheinz) allerdings an den Tag im vergangenen Frühjahr, als Daniel ihm davon erzählte, wie „toll” es wäre, Tiere zu killen. “Gleich ging’s „zur Sache. Ich nahm”, schildert Daniel, „ein Feuerzeug und versuchte, die Tiere anzuzünden. Doch sie fingen nicht richtig zu brennen an. Darum hab ich aus einem Mistkübel Zeitungspapier geholt.” Der 15-Jährige legte es auf und unter das Nest, setzte es in Flammen. „Es gab ein kleines Feuerwerk”. Drei Vogelbabys verkohlten, zwei überleb¬ten schwer verletzt. „Das eine haben wir in die Luft geworfen und mit den Füßen weg¬gekickt, bis es hin war, das andere nahmen wir mit, gingen zu einer Straße und legten es auf den Asphalt.” Und dann suchten Daniel und Karl¬heinz spitze Steine, mit denen sie später ab¬wechselnd auf das wimmernde Tier ein¬schlugen und ihm den Kopf abtrennten. „Danach haben wir mit unseren Handys ein paar Fotos von der Leiche gemacht.”

(Während des Dritten Reiches sind im Erziehungslager „Kinderland” die Kinder von den Nationalsozialisten trainiert worden, Vögel eigenhändig zu töten.)

Das ist alles kein Spiel und darf nicht zu einem Spiel gemacht werden!

Die Opfer der Shoah, darunter Mitglieder meiner Familie, haben sich nicht freiwillig an sadomasochistischen Spielen beteiligt. Sie sind einfach abgeholt und grausam ermordet worden.

Gewalt in der Kunst und in der Literatur zu zeigen und zu beschreiben als Mittel gegen Gewalt, ist legitim. Aber Gewalt zu befürworten, zu verherrlichen und auszuüben, muß in Frage gestellt werden. Gewalt als Nervenkitzel gegen sich selbst oder gegen „Kollegen” in der Öffentlichkeit ist abscheulich, aber dies ist nicht die ganze Geschichte. Kindesmißbrauch ist im Wort, Bild und Tat verübt worden und wird auch heute weiter verübt. Tiere zu quälen und zu töten „die als Notbehelf dienen” läßt die Dimensionen erahnen. Die wahren Absichten sind sehr klar ausgedrückt, und genaue Erforschungen sind fällig.

Aber nicht alle wollen Aufklärung. In den frühen neunziger Jahren, unterzeichneten 700 Prominente ein Manifest, mitorganisiert von Peter Huemer, gegen eine Untersuchung des bereits wegen eines Mordes angeklagten Frauenmörders und geförderten Autors Jack Unterweger, der dann als Frauenserienmörder entlarvt worden ist. Huemer ist Humanist in jeder Hinsicht - außerhalb des österreichischen Kulturbetriebs.

Am 30. Juli 1998 kündigte ein Aktionist in einem Fernsehinterview an, daß er ein elfjähriges Mädchen mit einem Holzpenis bei einer Privataktion penetrieren wird.

Ein Mühl-Kommunarde, hat schon 1973 versucht den „Notbehelf” mit dem Menschen zu ersetzen. Briefbomben waren seine Vorgangsweise.

Ich nehme alle Zitate als bare Münze. Warum soll man sie anders betrachten?

In der Geschichte der Menschheit, solche Absichten fast immer zu Taten geführt - nachdem die Befürworter Macht und Einfluß erreichten.

Worte sind immer eine Vorstufe zum tun.

Die Verbrechen des Dritten Reiches sind mit nichts zu vergleichen. Aber Vergleiche zwischen den damaligen und heutigen Befürwortern der Barbarei sind legitim und unvermeidlich. Der Aktionismus erwuchs aus dem Nationalsozialismus. Blut- und Boden-Kunst hat sich zur Blut- und Kot-Kunst entwickelt. Revisionisten und Aktionisten sind Scheingegner. Sie sind vielmehr Konkurrenten. So können sie am besten einander dienen.

Es gibt tatsächlich eine Freiheit in der Kunst für die, die Gewalt befürworten und unter ihrem Deckmantel ausüben. Aber wenn man als Kulturschaffender dagegen Stellung bezieht, hört die Freiheit auf, und das ganz drastisch! Man wird einfach für vogel-frei erklärt. Die Kulturmächtigen und ihre Vasallen sind sehr konsequent!

Ich habe mich damit literarisch auseinandergesetzt und dies bewirkte starke Folgen.

„Es ist mir völlig unverständlich, wie ein Jude zu den Tötungsgebieten zurückkehren konnte. Sie haben sich für die Hölle entschlossen, und dann wundern Sie sich, daß die Landschaft voller Teufel ist.”
- Cynthia Ozick, Schriftstellerin, USA:

„Was soll man dir noch antun? Ins Gefängnis werfen?”
- Feliks J. Bister, ehemaliger Herausgeber von Das Menschenrecht

Im „Gedenk-Bedenkjahr” 1988 erschien Der Ausschluß: Memoiren eines Neununddreißigers.

„Diese Memoiren bringen Geschehnisse in der österreichischen Literaturszene ans Tageslicht, die nicht totgeschwiegen werden dürfen. Auch wenn sich eine magistratsunabhängige Jury der Kulturabteilung Wien Anfang dieses Jahres einstimmig gegen dieses Buch ausgesprochen hat.”
- Karin Bauer, Der Standard:

19. März 1990 schrieb Herr Rainer Lendl von der Edition Atelier im Wiener Journal an die Verlagsauslieferung: “Wir streichen aus unseren Verlagsangebot den Titel: Kuhner: Der Ausschluß. Bitte veranlassen Sie, daß alle noch lagernden Exemplare an den Autor zugestellt werden.”

Ich bin kein Befürworter der Zensur, sondern ein Zensurierter. Meinungen zu äußern hat manchmal ungeheure Auswirkungen. Die bevorzugte Taktik ist “Now you see him, now you don’t.” Manchmal kann man den „Taktierer” kurz sehen, bevor er verschwindet.

Hier ein Beispiel:

Ein Prosastück von mir, Princeton nostalgisch, ist im Das kann einem nur in Wien passieren, Alltagsgeschichten, Ruth Wodak, Czernin Verlag, 2001.

Klappentext: Diese „Alltagsgeschichten” sammeln Eindrücke, Erlebnisse, Geschichten, die viele Menschen in Wien erlebt haben oder auch erleben könnten. Allerdings nicht irgendwer, sondern Juden und Jüdinnen aus drei Generationen.

Nach der Veröffentlichung traf Gabriel Lansky Ruth Wodak in ihrer Wohnung. Zwei andere Leute waren anwesend. Dr. Lansky sagte ihr eindringlich, daß ich nicht in dieses Buch gehöre. Er wurde dabei von der Präsidentin der Reporter ohne Grenzen unterstützt.

Ich habe nie mit Dr. Lansky etwas zu tun gehabt, ich habe ihn nicht mal kennengelernt.

Dr. Lansky ist unter anderem Rechtsberater der Sozialistischen Partei und der Jüdischen Gemeinde.

Ist Dr. Lansky der Meinung, daß ein jüdischer Remigrant, der Mitglieder seiner Familie im Holocaust verloren hat, nicht in einer Prosasammlung österreichischen-jüdischer Emigranten-Remigranten gehört?

Wenn so ein mächtiger Mann einem im Wege steht, hat man wenig Chancen als Autor (und Übersetzer) in Österreich.

Ich weiß nicht, was dahinter steht, aber ich kann nur annehmen, daß es mit meinen Ansichten über Kunst und Gewalt zu tun hat.

Juni 2005 fanden drei Veranstaltungen mit der Galerie Charim im Republikanischen Club - Neues Österreich statt. Die Galerie Charim ist die Schaltstelle für Otto Mühl und Aktionistische Kunst in Österreich.

Jene, die Mühls Arbeiten fördern, verbreiten den Geist von Mühl. Diese zwei Elemente sind untrennbar.

Ich schrieb Doron Rabinovici, Club-Vorstandsmitglied, über diese Verbindung und schlug ein Programm über Kunst und Verbrechen, mit einer Diskussion vor. Am 13. Feb. 2006 bekam ich folgende Antwort: „Ich werde Deinen Programmvorschlag anderen im Vorstand vorlegen, aber ich bin, soviel sollte ich Dir sagen, dagegen. Ich finde das Thema nicht aktuell. Es paßt nicht zu unseren Diskussionsreihen. Es ist uns kein Anliegen. Es folgt nicht der Dramaturgie unserer Veranstaltungen. Bei uns müßte eine bestehende und kontroversielle Debatte, die unsere Mitglieder beschäftigt, widergespiegelt werden.”

Die Löwengrube entpuppte sich als Mausloch.

Filmemacher Fritz Kleibel: „Verneinung im six pack! - Natürlich spiegelt das Thema kaum jemanden vom ‚Club’ wieder, die meisten werden wohl in irgendeiner Weise Geld in diese Kunst gesteckt haben und wollen daher kein Risiko eingehen.”

Ja, es ist nicht „aktuell”, deswegen ist das Thema komplett Tabu. Ja, es ist nicht aktuell, deswegen werden Aussagen über Pädophilie total ignoriert.

Die österreichische Kultur ist eine Diktatur mit demokratischer Struktur. Es herrschen Mittelmäßigkeit, Mitläufertum, Sophismus und Opportunismus.

„Einigkeit” in der Kunst bedeutet das Ende.

Die Kunst war immer eine Bastion gegen die Dunklen Kräfte, aber jetzt wird sie ein Sammelbecken für Dunklen Kräfte. Die Kunst war immer ein Mittel, die Wahrheit zu verbreiten; jetzt wird sie ein Mittel, die Lüge zu verbreiten.

Was man irrtümlicherweise als „Moderne Kunst” bezeichnet, ist nichts anderes als Mob-Kunst. Mob-Kunst schließt die Moderne Kunst aus.

Kunst und Verbrechen sind ineinander integriert und untrennbar von einander im Aktionismus. Das verbrecherische Element in der aktionistischen Kunst ist ein Bestandteil der Marketing- und Verkaufs-Strategie.

Die ganze Macht und das ganze Geld der Welt können die Wahrheit nicht zu einer Lüge
verwandeln und auch umgekehrt.

Im Dritten Reich gab es viele Täter und eine Vielzahl von Mitläufern. Die Mitläufer haben es den Tätern ermöglicht, Millionen zu töten, inklusive Mitglieder meiner Familie. Ich will mein Leben nicht als Mitläufer leben, besonders in den früheren Tötungs-Gebieten.

Zum Schluß ein Zitat von Objektkünstler Padhi Frieberger: „Die Nazis haben versucht, die Kunst von außen zu zerstören. Die jetzigen Zerstörer haben sich alles unter den Nagel gerissen und zerstören die Kunst von innen”.

© Herbert Kuhner, 2006

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Auszüge aus diesem Artikel sind in den folgenden Publikationen erschienen: Das Menschenrecht, Nr. 3, Sept. 1992; Nr. 1-4, Dez. 1996; Nr. 3, Sept. 1997, Wien; Der Bund, Nr. 145, März 1996, Wien; Log, Nr. 74, 1996, Wien.

Veröffentlichungen über Gewalt in der Kunst haben Zensur und Ausgrenzung bewirkt, die in mehreren Artikeln in Index on Censorship, London (1976, Vol. 2, No. 5: 1976, Vol. 5, No. 2; 1976, Vol. 5; No. 4; 1992, Vol. 21, No. 1.) und in Das Menschenrecht, Nr. 3, Sept. 1990 beschrieben sind.

Herbert Kuhner, Lyriker, Romancier, Dramatiker und Übersetzer hat ausführlich über die Auswirkungen der Shoah in der Nachkriegszeit geschrieben. Er ist Übersetzer und Mitherausgeber von Austrian Poetry Today/Österreichische Lyrik heute (Schocken Books).

Prof. Herbert Kuhner
Gentzgasse 14/4/11
A-1180 Vienna
Tel./Fax: 01 479 24 69
e-mail: herbert.kuhner@chello.at

Zwei Beispiele:

PETER WEIBEL

vortrag bei „kunst und revolution”, 7.6.68 über finanzminister dr. koren

ich kannte universitätsprofessor dr. stephan koren.
er war ein krüppel und wollte mir immer zeigen, dass er einer ist wie ich. mir zum beweis hat er sich zum minister hinaufgeangelt, auch nur mit einem arm, der arme.
doch wenn finanzminister koren mit der linken hand sein zumpferl aus der hose fummelt, linkisch daneben spritzt und die urintropfen am parlament abstreift, wenn das krüppel koren bei öffentlichen ansprachen den linken arm als grauenerregendes monument seiner vertanen und verstümmelten menschlichkeit in die luft streckt, eine bewegung, der die gravitationsgesetze kaum ihren segen verleihen wollen, wenn das krüppel koren über wochenschau und fernsehen so sengend in die volksfluren einbricht dass jedem gesunden österreicher vor entsetzen über diesen ausatz der nation die pupille platzt, wenn bei empfängen auf dem flughafen die massen durch den anblick das (sic!) krüppels koren in raserei geraten und die ausländischen gäste in panik fliehen als stünde tarantula über wien, wenn einhändige eigenhändig und eigenmächtig regieren dürfen, wenn das krüppel koren die lügen und versprechungen nur so aus dem ärmel schüttelt, wenn beim krüppel koren die linke nicht weiss was die rechte tut, dann hat er es leicht, denn sein arm hängt lose und leer, dann, weil es gar keine rechte gibt am körper den krüppels koren der egomanische fliegeroffizier hat sie für hitlers karriere geopfert - dann gilt die bluttat, einem österreichischen bürger ein widerliches krüppel als minister vorzusetzen, dem versuch, einen bestialischen begriff der humanität einzudreschen, der jedem greuel den freibrief liefert, dann wird ein horror und terror ausgestellt, der österreich als seuchegebiet verrufen soll, damit der österreicher völlig seiner regierung ausgeliefert werde, dann rächt sich ein kranker an der gesunden bevölkerung, dann wird ein typus abscheulicher abnormität am leben gehalten, den die natur längst ausgestossen hat, den nur mehr die staatliche pressure group als abstossende wunderwaffe erzählt, dann bewahrheitet sich wieder einmal das sprichwort: wer nicht brunzen kann, soll nicht herrschen. wenn bezahlte schweine ein bezahltes krüppel an die finanzen lassen. wenn dem krüppel koren die österreichische staatsbürgerschaft nicht aberkannt wird, dann um den österreicher reif zu machen für die totale kapitulation vor der schwarzen fut, dann um durch grauen und beschämung den österreicher soweit zu erniedrigen, dass er zur staatlichen bande sich nicht einmal mehr aufzublicken getraut.

Peter Weibel, Valie Export: Wien: Bildkompendium Wiener Aktionismus und Film, Kohlkunst Verlag, Frankfurt, 1970.

HERMANN NITSCH
AKTIONSDRAMA
D E R K N A B E

Ein sechsjähriger nackter toter knabe liegt auf einem mit einem weißen frischgewaschenen leintuch überzogenen bett. Unter dem kopf des knaben liegt ein frisch übergezogner weißer polster. Das bett berührt mit seiner querseite eine wand, die mit weißem molino behängt ist. Der leib des knaben wurde mit heißem und lauem wasser gebadet und mit öl gesalbt. Nr0 nagelt den knaben oberhalb des bettes wie gekreuzigt an die wand (die füße des knaben befinden sich 50cm oberhalb des bettes). Durch die beiden hände, sowie die beiden füße wird je ein nagel getrieben. Aus den wundmalen sickert etwas blut und wasser und fließt über die wand abwärts. Nr0 fügt mit einem skalpell dem gekreuzigten knaben etwas unter der linken brustwarze eine tiefe, etwa vier cm lange schnittwunde bei. ES FLIESST BLUT UND WASSER HERAUS, Nr0 klafft mit 2 fingern die seiten der wunde auf, bespühlt sie mit hilfe von watte mit lauem und heißem wasser, wäscht sie aus.

Nr 0 hackt und schneidet (mit chirurgischen werkzeugen) den leib den gekreuzigten knaben auf,
schneidet die
beiden nieren
das fett, das an den beiden nieren ist
das fett, das an den eingeweiden ist
das fett, das die eingeweide bedeckt
die leber
und das netz der leber
aus dem offenen leib des knaben, spühlt und wäscht die angeführter. innereien mit heißem wasser legt sie in eine silberschüssel, die neben dem bett steht. Zuletzt reißt Nr 0 die gedärme aus der leib des knaben und läßt sie auf das darunterliegende bett fallen. Während Nr 0 die gedärme herausreißt, schüttet eine zweite person frisches blut in den aufgebrochenen leib. Das blut füllt den leib fließt über und überspült die herabfallenden gedärme.

Nr 0 schüttet (stark dunstendes) wasser in den aufgebrochenen leib des gekreuzigten und über die am bett liegenden blutigen gedärme. weiters spült und wäscht er mithilfe von watte und heißem wasser das blut aus der innenseite des aufgebrochenen leibes und spült und wäscht zusätzlich die eingeweide vom blut rein, indem er weiterhin aus einer schale heißes wasser darüberleert.

Nr l schüttet lauen rotwein in den aufgebrochenen leib des gekreuzigten knaben und die am bett liegenden gedärme. Weiters spült und wäscht er mithilfe von watte, die er in lauen rotwein taucht, das restliche blut aus der innenseite des aufgebrochenen leibes.

Peter Weibel, Valie Export: Wien: Bildkompendium Wiener Aktionismus und Film, Kohlkunst Verlag, Frankfurt, 1970.

1. Anhang:

Kunst und Gewalt:
Kontexte der österreichischen Nachkrie